Was Thermage® FLX in der Haut bewirkt
Mit den Jahren verändert sich das Bindegewebe der Haut. Die Fibroblasten, also die Zellen, die Kollagen und elastische Fasern bilden, arbeiten langsamer, während vorhandenes Kollagen schrittweise abgebaut wird. Hinzu kommen äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Rauchen oder deutliche Gewichtsschwankungen. Die Haut verliert dadurch an Spannkraft: Konturen an Wange, Kieferlinie und Hals werden weicher, feine Knitterfältchen nehmen zu, und an Körperstellen wie Oberarmen, Bauch oder Knien wirkt die Haut lockerer.
Thermage® FLX setzt an diesem Punkt an, ohne die Hautoberfläche zu verletzen. Das Verfahren arbeitet mit Radiofrequenz. Darunter versteht man elektromagnetische Wechselströme sehr hoher Frequenz, die über eine Behandlungsspitze in das Gewebe geleitet werden. Das Gewebe setzt dem Strom einen elektrischen Widerstand entgegen, und dabei entsteht Wärme. Anders als ein Laser ist Radiofrequenz nicht auf einen Farbstoff in der Haut angewiesen. Wie stark sich eine Schicht erwärmt, hängt vor allem von ihren elektrischen Eigenschaften ab. Deshalb erreicht die Energie auch die tiefe Lederhaut (Dermis) und die bindegewebigen Faserzüge im Unterhautfettgewebe, die für die Festigkeit der Haut mitverantwortlich sind.
Monopolare Radiofrequenz und Kühlung der Oberfläche
Thermage® FLX nutzt monopolare Radiofrequenz. Die Energie fließt von der Behandlungsspitze, die auf die Haut aufgesetzt wird, zu einer Neutralelektrode, die während der Behandlung an einer anderen Körperstelle aufgeklebt ist. Auf diesem Weg kann die Wärme vergleichsweise tief und gleichmäßig in das Gewebe gelangen. Damit die Oberhaut (Epidermis) geschützt bleibt, wird sie vor, während und nach jedem Impuls gekühlt. Das System registriert zudem fortlaufend Rückmeldungen aus dem Gewebe und passt die Energieabgabe innerhalb der gewählten Einstellung an.
Die Wärme wirkt auf zwei Ebenen. Unmittelbar ziehen sich vorhandene Kollagenfasern durch die Erwärmung zusammen, was sich bei manchen Menschen bereits als leichte Straffung bemerkbar machen kann. Bedeutsamer ist die zweite Phase: Die kontrollierte Erwärmung wirkt als Reiz, auf den das Bindegewebe mit Umbau- und Erneuerungsprozessen reagiert. Über mehrere Monate kann neues Kollagen gebildet werden. Die Veränderung entwickelt sich daher schrittweise, und eine abschließende Beurteilung ist in der Regel erst nach etwa vier bis sechs Monaten sinnvoll.
Wann Thermage® FLX in Betracht kommt
Das Verfahren richtet sich an Menschen mit leichter bis mäßiger Hauterschlaffung, die eine Straffung ohne Operation wünschen. Es kann eine chirurgische Straffung nicht ersetzen und ausgeprägte Hautüberschüsse nicht beseitigen. In der Praxis wird Thermage® FLX nach Befund in folgenden Regionen eingesetzt:
- Gesicht, insbesondere Wangen und Kieferlinie (Jawline)
- Hals
- Hände
- Oberarme
- Bauch und Flanken
- Gesäß, Oberschenkel und Knie
Typische Anliegen sind eine weicher werdende Kontur von Wange und Unterkiefer, eine knittrige Hautstruktur am Hals oder eine nachlassende Festigkeit der Haut nach Gewichtsabnahme oder Schwangerschaft. Wie deutlich eine Veränderung ausfällt, ist individuell unterschiedlich. Eine Rolle spielen unter anderem das Alter, die Hautdicke, der Lebensstil, Vorbehandlungen und die Fähigkeit des Gewebes, auf den Wärmereiz mit neuer Kollagenbildung zu reagieren.
Für wen Thermage® FLX nicht geeignet ist
Bei einigen Voraussetzungen wird von Thermage® FLX abgeraten, oder die Behandlung erfolgt nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung. Dazu gehören:
- Herzschrittmacher, implantierte Defibrillatoren oder andere elektronische Implantate
- Schwangerschaft und Stillzeit
- akute Entzündungen, Infektionen oder offene Wunden im Behandlungsareal
- Metallimplantate im unmittelbaren Behandlungsbereich
- Erkrankungen oder Medikamente, die die Wundheilung oder das Temperaturempfinden der Haut beeinträchtigen
- eine sehr ausgeprägte Hauterschlaffung, bei der operative Verfahren eher angemessen sind
Wenn Sie im geplanten Areal Filler, Fäden oder andere Implantate erhalten haben, sprechen Sie dies bitte im Vorgespräch an. Dann wird gemeinsam entschieden, ob und mit welchem zeitlichen Abstand eine Behandlung sinnvoll ist.
Beratung und Hautbefund in der Praxis
Vor jeder Behandlung steht ein ausführliches Gespräch mit Dr. med. Beata Obuch, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatochirurgie und Lasertherapie. Sie fragt nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Implantaten, früheren ästhetischen Behandlungen und nach Ihren Vorstellungen. Anschließend beurteilt sie Hautqualität, Hautdicke, Grad der Erschlaffung und die Verteilung des Unterhautfettgewebes in der betreffenden Region.
Auf dieser Grundlage erhalten Sie eine sachliche Einschätzung, ob Thermage® FLX für Ihr Anliegen in Frage kommt, welche Veränderung realistisch erscheint und wo die Grenzen des Verfahrens liegen. Manchmal zeigt sich im Gespräch, dass ein anderes Verfahren oder eine Kombination besser zu Ihrem Befund passt. Diese Abwägung ist fester Bestandteil der Beratung, ebenso wie die Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen.
Ablauf der Behandlung mit Thermage® FLX
Je nach Größe des Areals dauert eine Sitzung etwa 30 bis 120 Minuten. Der Ablauf folgt einem festen Schema:
- Die Haut wird gründlich gereinigt, Make-up und Cremes werden vollständig entfernt.
- Ein temporäres Raster wird auf die Haut übertragen. Es hilft, die Impulse gleichmäßig zu verteilen, und lässt sich nach der Behandlung wieder abwischen.
- Die Neutralelektrode wird aufgeklebt, ein Kontaktmedium sorgt für eine gleichmäßige Ankopplung der Behandlungsspitze.
- Die Behandlungsspitze wird Feld für Feld aufgesetzt. Jeder Impuls dauert nur einen kurzen Moment und wird von der Kühlung begleitet.
- Zum Schluss werden Raster und Kontaktmedium entfernt, und Sie erhalten Hinweise für die folgenden Tage.
Empfinden während der Behandlung
Die meisten Patientinnen und Patienten beschreiben jeden Impuls als kurzes, tiefes Wärmegefühl, das von einem Kühlreiz und häufig von einer leichten Vibration begleitet wird. Wie intensiv dies wahrgenommen wird, unterscheidet sich von Region zu Region. Über knöchernen Arealen ist die Wärme oft deutlicher spürbar als über Weichteilen. Ihre Rückmeldung während der Behandlung ist wichtig, denn die Energie wird so eingestellt, dass eine ausreichende Erwärmung erreicht wird und die Behandlung zugleich gut tolerierbar bleibt. Eine Betäubung ist in der Regel nicht erforderlich. Ob unterstützende Maßnahmen zur Linderung sinnvoll sind, wird vorab besprochen.
Ausfallzeit und Hautreaktion
Thermage® FLX ist ein nicht invasives Verfahren, die Hautoberfläche bleibt in der Regel intakt. Unmittelbar nach der Behandlung kann die Haut gerötet und leicht geschwollen sein. Diese Reaktionen klingen meist innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ab. Gelegentlich bleibt die behandelte Region einige Tage etwas druckempfindlich. Die meisten Menschen nehmen ihre gewohnten Tätigkeiten direkt im Anschluss wieder auf. Make-up kann in der Regel wieder aufgetragen werden, sobald sich die Haut beruhigt hat.
Nachsorge und Sonnenschutz
Besondere Pflegeprodukte sind meist nicht nötig. Eine milde, reizarme Pflege und ein konsequenter Sonnenschutz unterstützen die Haut in der Phase, in der sich das Bindegewebe umbaut. Da UV-Strahlung Kollagen abbaut, gehört ein täglicher Lichtschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ohnehin zu den grundlegenden Maßnahmen, um die Hautstruktur langfristig zu erhalten. Auf Sauna, sehr heiße Bäder und reizende Wirkstoffe wie Fruchtsäuren sollten Sie verzichten, solange die Haut noch gerötet ist. Ausreichend Schlaf, der Verzicht auf Rauchen und ein stabiles Körpergewicht wirken sich ebenfalls günstig auf das Bindegewebe aus.
Wie viele Sitzungen sinnvoll sind
Thermage® FLX ist in vielen Fällen als einzelne Sitzung angelegt. Die Kollagenbildung setzt nach der Behandlung ein und schreitet über Monate fort. Der natürliche Alterungsprozess läuft jedoch weiter, sodass sich die Haut auch nach der Behandlung verändert. Ob und wann eine erneute Behandlung sinnvoll sein kann, wird individuell besprochen. Häufig wird eine Auffrischung frühestens nach einigen Jahren erwogen. Wie lange eine Veränderung sichtbar bleibt, lässt sich nicht verlässlich vorhersagen und ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Wie jede medizinische Behandlung ist auch Thermage® FLX nicht frei von Risiken. Häufig und vorübergehend sind Rötung, Schwellung und Druckempfindlichkeit. Seltener können auftreten:
- Bläschen oder oberflächliche Verbrennungen, die in der Regel abheilen, in Einzelfällen aber Pigmentveränderungen oder Narben hinterlassen können
- vorübergehende Missempfindungen oder ein Taubheitsgefühl in der behandelten Region
- kleine Dellen oder Unebenheiten durch Veränderungen im Unterhautfettgewebe, die sehr selten beschrieben sind
- eine geringere Veränderung als erhofft, da die Reaktion des Gewebes individuell unterschiedlich ausfällt
Über diese Risiken werden Sie vor der Behandlung mit Thermage® FLX ausführlich aufgeklärt. Sollten nach der Behandlung ungewöhnliche Beschwerden auftreten, etwa anhaltende Schmerzen, Blasen oder Verfärbungen, wenden Sie sich bitte direkt an die Praxis.
Alternativen und sinnvolle Kombinationen
Thermage® FLX ist eines von mehreren Verfahren, die bei nachlassender Hautfestigkeit in Frage kommen. Steht neben der Straffung vor allem die Oberflächenstruktur im Vordergrund, etwa bei vergrößerten Poren, Aknenarben oder unruhiger Hautstruktur, kann das Radiofrequenz-Microneedling geeignet sein, bei dem die Wärme über feine Nadeln direkt in die Dermis gebracht wird. Bei feinen Linien, Lichtschäden und Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche kommt unter Umständen eine fraktionierte Behandlung mit dem Frax CO2-Laser in Betracht.
Ein Volumenverlust im Gesicht lässt sich mit Radiofrequenz nicht ausgleichen. Hier können Hyaluronfiller oder ein Fadenlifting ergänzend besprochen werden. Zur Verbesserung der Hautqualität stehen außerdem Verfahren wie Polynukleotide oder die PRP-Behandlung zur Verfügung. Bei deutlichem Hautüberschuss an den Oberlidern ist dagegen häufig eine operative Oberlidstraffung die angemessenere Option. Werden mehrere Verfahren kombiniert, legt die Ärztin Reihenfolge und zeitliche Abstände individuell fest.
Kosten von Thermage® FLX
Thermage® FLX ist eine Privatleistung. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Höhe der Kosten richtet sich vor allem nach Größe und Zahl der behandelten Areale. Einen individuellen Kostenvoranschlag erhalten Sie nach der Beratung und Untersuchung. Da es sich um eine ästhetisch motivierte Behandlung handelt, werden die Kosten von privaten Krankenversicherungen in der Regel nicht übernommen.
Thermage® FLX in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik liegt am Großen Burstah 44 in 20457 Hamburg, zwischen Rathaus und Rödingsmarkt. Mit der U3 erreichen Sie die Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt, von beiden sind es nur wenige Gehminuten. Auch vom Jungfernstieg und von der S-Bahn-Station Stadthausbrücke ist die Praxis gut zu Fuß erreichbar. Einen Beratungstermin zu Thermage® FLX in Hamburg können Sie über Doctolib buchen oder telefonisch unter 040 307 469 92 vereinbaren. Mehr über das Team erfahren Sie auf der Seite Die Praxis.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL)




