Was ist eine PRP-Behandlung?
PRP steht für plättchenreiches Plasma, englisch platelet-rich plasma. Gemeint ist der flüssige Anteil des Blutes, in dem die Blutplättchen, die Thrombozyten, angereichert sind. Blutplättchen spielen eine zentrale Rolle bei der Wundheilung. Sie enthalten Wachstumsfaktoren und andere Botenstoffe, die an Reparaturvorgängen im Gewebe beteiligt sind.
Die PRP-Behandlung gehört zu den sogenannten regenerativen Verfahren. Das aufbereitete Plasma wird mit feinen Nadeln in die Haut eingebracht, um dort körpereigene Erneuerungsprozesse anzuregen. Wird das Plasma großflächig in die Gesichtshaut eingebracht, spricht man umgangssprachlich auch vom Vampirlifting. Gemeint ist dasselbe Verfahren, der Begriff beschreibt lediglich den Einsatz im Gesicht.
Wie PRP in der Haut wirken soll
Die Wachstumsfaktoren aus den Blutplättchen sollen Bindegewebszellen, die Fibroblasten, dazu anregen, vermehrt Kollagen und andere Bestandteile der Hautstruktur zu bilden. Zudem soll die Durchblutung im behandelten Bereich angeregt werden. Ziel ist eine Verbesserung der Hautqualität, also von Struktur, Spannkraft und Feuchtigkeitsgehalt.
Zur Einordnung gehört auch: Die wissenschaftlichen Daten zur PRP-Behandlung sind uneinheitlich. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Aufbereitungsmethoden und Behandlungsprotokolle unterscheiden und dass jeder Mensch anders auf die Behandlung anspricht. Wie deutlich eine Veränderung ausfällt, ist deshalb individuell unterschiedlich.
Was die Behandlung leisten kann und was nicht
Eine PRP-Behandlung zielt auf die Hautqualität. Sie kann eingesetzt werden, wenn die Haut fahl, trocken oder dünn wirkt, feine Linien zeigt oder an Spannkraft verloren hat. Erste Veränderungen werden häufig nach etwa zwei Wochen wahrgenommen und können sich in den folgenden Monaten weiter entwickeln.
Die Grenzen sind ebenso klar: PRP ersetzt kein Volumen wie ein Hyaluronfiller, hebt erschlafftes Gewebe nicht an wie ein Fadenlifting und entfernt keinen Hautüberschuss wie eine Operation. Tiefe Falten werden durch PRP allein kaum beeinflusst. Häufig wird das Verfahren deshalb als Baustein in einem Gesamtkonzept betrachtet.
Anwendungsgebiete in der Praxis
- Gesicht: zur Verbesserung von Hautstruktur, Feuchtigkeit und feinen Linien
- Hals und Dekolleté: bei dünner, knittriger oder sonnengeschädigter Haut
- Handrücken: zur Unterstützung der Hautqualität
- Kopfhaut: als begleitende Behandlung bei Haarausfall
Haarausfall hat viele mögliche Ursachen, darunter erbliche Veranlagung, hormonelle Einflüsse, Mangelzustände, Stress, Schilddrüsenerkrankungen oder entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut. Deshalb steht vor jeder Behandlung die Suche nach der Ursache. Dazu gehört in der Praxis auch eine Blutuntersuchung, denn häufig spielt ein Mangel bestimmter Stoffe eine Rolle. PRP wird dann als begleitende Maßnahme eingesetzt. Erfahrungsgemäß sind die Aussichten im frühen Stadium des Haarausfalls günstiger als bei lange bestehendem Haarverlust. Mehr dazu finden Sie auf der Seite Haarbehandlung.
Für wen PRP infrage kommt und für wen nicht
Die Behandlung kann für Erwachsene infrage kommen, die die Qualität ihrer Haut verbessern möchten und eine Behandlung mit körpereigenem Material bevorzugen. Voraussetzung ist eine gesunde Haut im Behandlungsgebiet und ein stabiler allgemeiner Gesundheitszustand.
Nicht durchgeführt werden sollte eine PRP-Behandlung unter anderem bei:
- übertragbaren Infektionskrankheiten
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte im Behandlungsgebiet
- akuten Entzündungen, Infektionen oder Lippenherpes im Behandlungsgebiet
- Erkrankungen der Blutplättchen oder Störungen der Blutgerinnung
- laufenden Tumorbehandlungen sowie fieberhaften Infekten
Bestimmte Schmerzmittel und blutverdünnende Medikamente beeinflussen die Funktion der Blutplättchen und können zu mehr Blutergüssen führen. Ob und wie lange solche Mittel vor der Behandlung pausiert werden sollten, wird im Vorgespräch geklärt. Ärztlich verordnete Blutverdünner setzen Sie bitte niemals eigenständig ab.
Beratung vor der Behandlung
Im Beratungsgespräch beurteilt Dr. Obuch Ihre Haut, fragt nach Vorerkrankungen, Medikamenten und früheren ästhetischen Behandlungen und bespricht Ihre Erwartungen. Sie erfahren, welche Veränderung realistisch ist, wie viele Sitzungen voraussichtlich sinnvoll sind und welche Alternativen bestehen. Die Aufklärung umfasst auch die möglichen Nebenwirkungen und die Nachsorge.
Geht es um Haarausfall, gehören eine genaue Untersuchung der Kopfhaut, Fragen nach dem zeitlichen Verlauf, nach Vorerkrankungen und nach familiärer Veranlagung sowie die Blutuntersuchung zur Abklärung. Erst wenn die Ursache eingeordnet ist, lässt sich beurteilen, ob PRP als begleitende Maßnahme sinnvoll ist oder ob zunächst eine andere Behandlung im Vordergrund stehen sollte.
Vorbereitung auf den Behandlungstermin
Für die PRP-Behandlung sind nur wenige Vorbereitungen nötig. Essen Sie vor dem Termin eine normale Mahlzeit und trinken Sie ausreichend, das erleichtert die Blutentnahme und beugt Kreislaufbeschwerden vor. Auf Alkohol sollten Sie am Vortag verzichten, da er die Neigung zu Blutergüssen erhöhen kann. Kommen Sie möglichst ungeschminkt in die Praxis. Liegt im Behandlungsgebiet ein Sonnenbrand, ein frischer Lippenherpes oder eine Entzündung vor, wird der Termin verschoben. Wenn Sie zu Lippenherpes neigen, sprechen Sie dies bitte im Vorgespräch an, damit eine vorbeugende Behandlung erwogen werden kann.
Ablauf der PRP-Behandlung Schritt für Schritt
Blutentnahme
Zunächst wird eine kleine Menge Blut entnommen, meist aus der Armbeuge. Das Röhrchen enthält einen Zusatz, der die Gerinnung des Blutes verhindert.
Aufbereitung in der Zentrifuge
Das Blut wird in einer Zentrifuge geschleudert. Dabei trennen sich die roten Blutkörperchen vom Plasma. Der plättchenreiche Anteil des Plasmas wird anschließend abgenommen und für die Behandlung vorbereitet. Die Aufbereitung erfolgt in der Praxis während desselben Termins. Das Plasma wird ausschließlich bei Ihnen selbst eingesetzt.
Vorbereitung der Haut
Die Haut wird gereinigt und desinfiziert. Bei Bedarf kann vorab eine betäubende Creme aufgetragen werden, um die Einstiche angenehmer zu machen. An der Kopfhaut ist eine Betäubung in der Regel nicht erforderlich.
Einbringen des Plasmas
Das Plasma wird mit sehr feinen Nadeln in vielen kleinen Einzelinjektionen gleichmäßig in die Haut eingebracht. Dabei entstehen kleine Quaddeln, die sich innerhalb weniger Stunden zurückbilden. Einschließlich Blutentnahme, Aufbereitung und Einwirkzeit der Betäubungscreme dauert ein Termin etwa 60 bis 90 Minuten.
Anzahl der Sitzungen und Wirkungsdauer
Für das Gesicht werden häufig eine bis zwei Sitzungen im Abstand von etwa drei Monaten empfohlen. Die Wirkung ist nicht dauerhaft. Wie lange sie anhält, ist individuell und auch altersabhängig, häufig liegt sie bei einigen Monaten. Auffrischungen werden deshalb in Abständen von mehreren Monaten besprochen. Bei Haarausfall wird die Behandlung in der Regel als Serie geplant, die Abstände richten sich nach dem Befund.
Ausfallzeit und Nachsorge
Direkt nach der Behandlung sind Rötungen, kleine Quaddeln und eine leichte Schwellung üblich. An einzelnen Einstichstellen können Blutergüsse entstehen. Die Ausfallzeit beträgt meist ein bis zwei Tage. Planen Sie die Behandlung deshalb möglichst vor einem Wochenende.
- Verzichten Sie am Behandlungstag auf Make-up und reiben oder massieren Sie die behandelte Haut nicht.
- Meiden Sie für etwa ein bis zwei Tage Sport, Sauna und intensive Hitze.
- Schützen Sie die Haut konsequent vor Sonne.
- Waschen Sie die Kopfhaut nach einer Behandlung bei Haarausfall erst nach Rücksprache.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Dass das Plasma aus Ihrem eigenen Blut stammt, macht Unverträglichkeiten unwahrscheinlicher, schließt Nebenwirkungen aber nicht aus. Häufig sind Rötungen, Schwellungen, Druckempfindlichkeit und Blutergüsse an den Einstichstellen sowie an der Entnahmestelle in der Armbeuge. Seltener kommen Infektionen, kleine Knötchen oder eine Reaktion auf den gerinnungshemmenden Zusatz vor. Bei der Blutentnahme kann es zu Kreislaufreaktionen kommen. Sehr selten sind Verletzungen von Gefäßen. Wenn nach der Behandlung zunehmende Schmerzen, Fieber oder eine Überwärmung auftreten, melden Sie sich bitte in der Praxis.
Kombinationen und Alternativen
Je nach Befund lässt sich PRP mit anderen Verfahren zur Verbesserung der Hautqualität kombinieren oder durch diese ersetzen. Bei der Mesotherapie wird eine Wirkstoffkombination mit unvernetzter Hyaluronsäure eingebracht. Polynukleotide sind ein weiterer regenerativer Ansatz. Für Hautstruktur, feine Narben und Poren kommen das Microneedling, das Radiofrequenz-Microneedling oder der Frax CO2-Laser infrage.
Steht ein Volumenverlust im Vordergrund, sind Hyaluronfiller das passendere Verfahren. Bei beginnender Erschlaffung kann ein Fadenlifting besprochen werden. Welche Kombination sinnvoll ist, legt Dr. Obuch nach der Untersuchung gemeinsam mit Ihnen fest.
Ein realistischer Blick auf das Verfahren
PRP ist ein Verfahren mit körpereigenem Material, das viele Menschen wegen dieses Prinzips anspricht. Aus ärztlicher Sicht ist es wichtig, die Erwartungen richtig einzuordnen: Die Behandlung kann die Haut in ihrer Qualität unterstützen, sie verändert aber keine Gesichtsproportionen und hält den natürlichen Alterungsprozess nicht auf. Faktoren wie Sonnenschutz, Nichtrauchen, ausreichend Schlaf und eine auf den Hauttyp abgestimmte Pflege haben für die Haut auf Dauer mindestens ebenso große Bedeutung. Dr. Obuch bespricht diese Punkte mit Ihnen, damit Sie eine informierte Entscheidung treffen können.
Kosten
Die PRP-Behandlung ist eine Privatleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach der Behandlungsregion und der Menge des aufbereiteten Plasmas. Nach der Beratung erhalten Sie eine individuelle Aufstellung. Eine Erstattung durch Krankenversicherungen ist bei ästhetischen Behandlungen in der Regel nicht vorgesehen. Ob bei Haarausfall eine Erstattung möglich ist, klären Sie bitte vorab mit Ihrem Versicherer.
PRP-Behandlung in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik liegt am Großen Burstah 44, zwischen Rathaus und Rödingsmarkt. Beide Haltestellen der U3 sind wenige Gehminuten entfernt, ebenso der Jungfernstieg und die S-Bahn-Station Stadthausbrücke. Einen Termin für eine PRP-Behandlung in Hamburg vereinbaren Sie über Doctolib oder telefonisch unter 040 307 469 92.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)




