Was ist eine Injektionslipolyse?
Die Injektionslipolyse, umgangssprachlich auch Fett-weg-Spritze genannt, ist ein nicht operatives Verfahren zur Behandlung kleiner, klar abgegrenzter Fettpolster. Dabei wird ein Präparat mit feinen Nadeln direkt in das Unterhautfettgewebe eingebracht. Ziel ist es, Fettzellen im behandelten Bereich so zu schädigen, dass der Körper sie im Laufe der folgenden Wochen abbaut. Anders als bei einer Diät, bei der sich Fettzellen lediglich verkleinern, soll sich bei diesem Verfahren die Zahl der Fettzellen im behandelten Areal verringern.
Das verwendete Präparat ist verschreibungspflichtig. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel darf außerhalb der Fachkreise nicht geworben werden, deshalb nennen wir es auf dieser Website nicht. Zusammensetzung, Wirkweise, Zulassungsstatus und mögliche Nebenwirkungen erläutert Dr. Obuch Ihnen ausführlich im Aufklärungsgespräch.
Wichtig für die Einordnung: Die Injektionslipolyse wirkt nur dort, wo injiziert wird, und nur in begrenztem Umfang. Sie ist ein Verfahren zur Formung kleiner Areale, kein Mittel gegen Übergewicht.
Für welche Regionen die Injektionslipolyse in Betracht kommt
Geeignet sind kleine, weiche Fettpolster, die sich mit zwei Fingern gut abheben lassen und deutlich vom übrigen Körperbild abweichen. Nach Befund können unter anderem folgende Regionen behandelt werden:
- Doppelkinn: Das Fettpolster unter dem Kinn ist ein häufiger Anlass für eine Beratung. Ob es tatsächlich aus Fettgewebe besteht oder ob eher erschlaffte Haut, vergrößerte Speicheldrüsen oder die Form von Kiefer und Kinn das Profil bestimmen, wird vorab untersucht.
- Kieferlinie und untere Wangenpartie: kleine Fettansammlungen, die die Kontur des Unterkiefers weicher erscheinen lassen.
- Körper: umschriebene Polster etwa an Bauch, Hüften, Oberschenkelinnen- und Oberschenkelaußenseiten, Knien, Oberarmen oder im Achselbereich.
- Nach einer Fettabsaugung: kleinere Unebenheiten, die nach einem chirurgischen Eingriff verblieben sind.
An den Augenlidern wird die Injektionslipolyse nicht eingesetzt. Ob eine kleine Fettgeschwulst, ein sogenanntes Lipom, für einen Behandlungsversuch infrage kommt, wird nach der Untersuchung individuell geprüft, denn nicht jede tastbare Schwellung unter der Haut ist ein Lipom.
Was die Injektionslipolyse leisten kann und was nicht
Bei geeigneten Befunden kann eine Injektionslipolyse ein umschriebenes Fettpolster verkleinern und eine Kontur harmonischer erscheinen lassen. Wie deutlich die Veränderung ausfällt, ist individuell sehr unterschiedlich und lässt sich vorab nicht sicher vorhersagen. Das Verfahren hat klare Grenzen:
- Es ist keine Methode zur Gewichtsabnahme und verändert das Körpergewicht nicht nennenswert.
- Größere Fettmengen lassen sich damit nicht behandeln. Hier kommt eher eine chirurgische Fettabsaugung in Betracht.
- Erschlaffte Haut wird durch die Injektionslipolyse nicht gestrafft.
- Fettgewebe, das unter der Bauchmuskulatur um die inneren Organe liegt, wird nicht erreicht.
- Bei einer späteren deutlichen Gewichtszunahme können die verbliebenen Fettzellen im behandelten Bereich wieder an Volumen gewinnen.
Für wen die Injektionslipolyse infrage kommt
Die Injektionslipolyse richtet sich an gesunde Erwachsene mit stabilem Körpergewicht, bei denen einzelne Fettpolster trotz ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung bestehen bleiben. Hilfreich ist eine gute Elastizität der Haut, damit sie sich nach der Verkleinerung des Polsters anpassen kann.
Wann von einer Injektionslipolyse abgeraten wird
- Schwangerschaft und Stillzeit
- akute Entzündungen oder Infektionen im Behandlungsbereich
- bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber Bestandteilen des Präparats
- bestimmte Vorerkrankungen, etwa der Leber oder des Stoffwechsels, die im Vorgespräch abgeklärt werden
- Gerinnungsstörungen oder die Einnahme blutverdünnender Medikamente ohne vorherige Rücksprache
- eine ausgeprägte Erschlaffung der Haut im Behandlungsbereich
- Übergewicht, bei dem eine Gewichtsabnahme im Vordergrund steht
Beratung und Untersuchung
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Ihr Anliegen, Ihre Vorerkrankungen, Ihre Medikamente, mögliche Allergien und Ihre bisherigen Erfahrungen mit Ernährung und Bewegung. Dr. Obuch untersucht anschließend das Fettpolster. Sie beurteilt Größe, Konsistenz und Verschieblichkeit, die Elastizität der darüberliegenden Haut und die umgebende Anatomie. Am Hals und unter dem Kinn wird besonders darauf geachtet, ob tatsächlich Fettgewebe für das Profil verantwortlich ist.
Ist die Injektionslipolyse geeignet, folgt die Aufklärung über Wirkweise, Ablauf, die voraussichtliche Zahl der Sitzungen, mögliche Nebenwirkungen und Alternativen. Zur Verlaufskontrolle werden in der Regel Fotos angefertigt und Umfangsmaße genommen, die Teil Ihrer Patientenakte sind. Sie entscheiden in Ruhe, ob Sie die Behandlung durchführen lassen möchten.
Ablauf der Injektionslipolyse
Am Behandlungstag wird das Areal im Stehen oder Sitzen angezeichnet, da sich Fettpolster im Liegen verlagern. Nach gründlicher Desinfektion wird das Präparat mit feinen Nadeln in einem gleichmäßigen Raster in das Unterhautfettgewebe injiziert. Menge und Verteilung richten sich nach Größe und Form des Polsters. Während der Injektion und kurz danach können ein Brennen oder ein Wärmegefühl auftreten. Die Dauer der Sitzung hängt von Zahl und Größe der Zonen ab. Anschließend kann die Region gekühlt werden, und Sie können die Praxis wieder verlassen.
Schwellung und Verlauf nach einer Injektionslipolyse
Eine Schwellung im behandelten Bereich ist eine erwartete Reaktion und Teil der Injektionslipolyse. Am Doppelkinn kann sie in den ersten Tagen deutlich sichtbar sein und klingt meist innerhalb einiger Tage bis weniger Wochen ab. Hinzu kommen häufig Rötungen, Druckempfindlichkeit, ein Spannungsgefühl, muskelkaterähnliche Beschwerden und Blutergüsse. Gelegentlich lassen sich für einige Wochen kleine Verhärtungen tasten, die sich in der Regel zurückbilden. Planen Sie wichtige berufliche oder private Termine deshalb nicht unmittelbar nach einer Behandlung.
Der Abbau des Fettgewebes ist ein langsamer Prozess. Eine Veränderung zeigt sich nicht sofort, sondern entwickelt sich über mehrere Wochen. Deshalb wird das Ergebnis einer Sitzung abgewartet, bevor über die nächste entschieden wird.
Verhalten nach der Injektionslipolyse
- Kühlen Sie die behandelte Region in den ersten Stunden bei Bedarf mit einem in ein Tuch gewickelten Kühlpack.
- Verzichten Sie für einige Tage auf Sauna, Solarium und anstrengenden Sport.
- Massieren Sie das Areal nur, wenn dies ausdrücklich empfohlen wurde.
- Melden Sie sich in der Praxis, wenn Schmerzen zunehmen, die Haut sich stark rötet oder überwärmt ist oder wenn Fieber auftritt.
Warum bei der Injektionslipolyse mehrere Sitzungen notwendig sind
In der Regel ist mehr als eine Sitzung erforderlich, um ein Fettpolster spürbar zu verkleinern. Wie viele Behandlungen sinnvoll sind, hängt von der Ausgangsgröße des Polsters, dem Ansprechen des Gewebes und Ihrem Ziel ab. Der Abstand zwischen den Sitzungen wird so gewählt, dass die Schwellung abklingen und der Abbau fortschreiten kann. Bei jedem Termin wird anhand der Fotos und Messwerte beurteilt, ob eine weitere Behandlung sinnvoll ist. Ist nach einer oder mehreren Sitzungen kein weiterer Nutzen zu erwarten, wird Ihnen das offen gesagt.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken der Injektionslipolyse
Neben der erwarteten Schwellung, Rötung und Druckempfindlichkeit können Blutergüsse, Juckreiz, ein vorübergehendes Taubheitsgefühl und Verhärtungen im Behandlungsbereich auftreten. Selten kommt es zu Infektionen, allergischen Reaktionen, Unregelmäßigkeiten der Kontur oder Hautveränderungen an den Einstichstellen. Bei Behandlungen unter dem Kinn und an der Kieferlinie kann in seltenen Fällen ein Nervenast, der den Mundwinkel bewegt, vorübergehend beeinträchtigt werden, sodass das Lächeln für einige Zeit ungleichmäßig wirkt. Auch ein Ergebnis, das hinter Ihren Erwartungen zurückbleibt, ist möglich. Über die Risiken in Ihrem konkreten Fall klärt Dr. Obuch Sie vor der Behandlung ausführlich auf.
Alternativen und Kombinationen
Je nach Befund können andere Verfahren besser geeignet sein oder die Injektionslipolyse ergänzen:
- Hautstraffung mit Radiofrequenz: Steht eine nachlassende Festigkeit der Haut im Vordergrund, etwa an Kinn, Hals, Oberarmen oder Bauch, kann Thermage® FLX in Betracht kommen. An Kinn und Kieferlinie ist auch das Radiofrequenz-Microneedling eine mögliche Ergänzung.
- Kontur im Gesicht: Manchmal wirkt ein Doppelkinn ausgeprägter, weil das Kinn wenig nach vorn tritt. Dann kann eine Betonung des Kinns mit Hyaluron zu besprechen sein. Bei erschlafftem Gewebe an Wange und Kieferlinie kommt auch ein Fadenlifting in Betracht.
- Chirurgische Fettabsaugung: Bei größeren Fettmengen ist eine Liposuktion in einer chirurgischen Praxis in der Regel die geeignetere Methode.
- Ernährung und Bewegung: Sie bleiben die Grundlage für ein stabiles Körpergewicht. Eine Injektionslipolyse ersetzt sie nicht.
Kosten
Die Injektionslipolyse ist eine Privatleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach Zahl und Größe der behandelten Zonen, der benötigten Menge des Präparats und der Zahl der Sitzungen. Nach der Beratung erhalten Sie eine individuelle Kostenaufstellung. Als ästhetische Behandlung wird die Injektionslipolyse von Krankenversicherungen in der Regel nicht erstattet. Gesetzlich Versicherte sind als Selbstzahler willkommen.
Injektionslipolyse in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis von Dr. med. Beata Obuch, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatochirurgie und Lasertherapie, liegt am Großen Burstah 44 zwischen Rathaus und Rödingsmarkt und ist mit der U3 gut erreichbar. Einen Überblick über weitere Verfahren finden Sie unter Körperbehandlungen. Termine vereinbaren Sie online über Doctolib oder telefonisch unter 040 307 469 92. Alle Kontaktdaten finden Sie auf der Seite Kontakt.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)




