Was ist Mesotherapie?
Die Mesotherapie wurde in den 1950er Jahren von dem französischen Arzt Michel Pistor beschrieben. Der Name bezieht sich auf das Mesoderm, das mittlere Keimblatt, aus dem sich unter anderem das Bindegewebe der Haut entwickelt. Das Grundprinzip ist einfach: Statt Wirkstoffe von außen aufzutragen oder einzunehmen, werden sie in sehr kleinen Mengen direkt dort eingebracht, wo sie wirken sollen, in der Haut selbst.
In der ästhetischen Dermatologie wird die Mesotherapie auch als Biorevitalisierung bezeichnet. Eingesetzt wird eine Wirkstoffkombination, deren Hauptbestandteil unvernetzte Hyaluronsäure ist. Je nach Behandlungsziel können weitere Substanzen enthalten sein, etwa Vitamine, Antioxidantien, Aminosäuren, Spurenelemente oder Stoffe, die Pigmentierungen beeinflussen sollen. Die Zusammensetzung wird auf Ihren Hautzustand und das Behandlungsziel abgestimmt.
Unvernetzte Hyaluronsäure: der Unterschied zum Filler
Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der große Mengen Wasser binden kann und für Feuchtigkeit und Spannkraft der Haut wichtig ist. Mit zunehmendem Alter nimmt ihr Gehalt in der Haut ab. Bei einem Hyaluronfiller ist die Hyaluronsäure chemisch vernetzt. Dadurch entsteht ein formstabiles Gel, das Volumen ersetzt und länger im Gewebe verbleibt.
In der Mesotherapie wird dagegen unvernetzte Hyaluronsäure verwendet. Sie verteilt sich in der Haut, bindet dort Feuchtigkeit und wird vom Körper vergleichsweise rasch abgebaut. Sie formt keine Konturen und füllt keine Falten auf. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Hautqualität, das heißt von Feuchtigkeit, Elastizität und Oberflächenstruktur. Deshalb ist die Mesotherapie keine Faltenunterspritzung im klassischen Sinn.
Was die Mesotherapie leisten kann und was nicht
Die Mesotherapie zielt darauf ab, die Regenerationsfähigkeit der Haut anzuregen und ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern, zu verbessern. Sie kann sinnvoll sein, wenn die Haut trocken, fahl oder feinfaltig wirkt oder durch Sonne, Kälte und Hitze beansprucht ist, und wenn Cremes allein nicht mehr ausreichen. Erste Veränderungen werden häufig etwa zwei Wochen nach einer Sitzung wahrgenommen. Wie deutlich sie ausfallen, ist individuell unterschiedlich.
Die Grenzen sind ebenso wichtig: Tiefe Falten, ausgeprägter Volumenverlust und erschlaffte Gesichtskonturen lassen sich mit Mesotherapie allein nicht ausgleichen. Die Wirkung ist zudem nicht dauerhaft und muss durch Auffrischungen erhalten werden.
Anwendungsgebiete
- Glättung der Hautstruktur im Gesicht, am Hals, am Dekolleté und an den Händen
- sonnengeschädigte Haut, Knitterfältchen und fahler Teint
- trockene, feuchtigkeitsarme Haut
- begleitend bei Haarausfall an der Kopfhaut
- Cellulite und Dehnungsstreifen
Bei Cellulite und Dehnungsstreifen sind die Erwartungen besonders sorgfältig einzuordnen, da die Veränderungen dort oft tiefer liegen und die Datenlage begrenzt ist. Auch bei Haarausfall steht vor jeder Behandlung die Abklärung der Ursache. Mehr dazu finden Sie unter Haarbehandlung.
Besonderheiten an Hals, Dekolleté und Händen
Hals, Dekolleté und Handrücken sind Regionen, die im Alltag viel Sonne abbekommen, bei der Pflege aber oft weniger beachtet werden als das Gesicht. Die Haut ist dort vergleichsweise dünn und hat weniger Talgdrüsen. Trockenheit, Knitterfältchen und eine unruhige Struktur werden deshalb häufig früh sichtbar. Die Mesotherapie kann in diesen Bereichen eingesetzt werden, um die Feuchtigkeit und Struktur der Haut zu unterstützen. Da die Haut dort dünner ist, wird die Injektionstechnik entsprechend angepasst. Pigmentflecken, die durch Sonne entstanden sind, lassen sich mit Mesotherapie allein meist nicht ausreichend behandeln. Hierfür kommen in der Praxis eher Laserverfahren infrage, die vorher dermatologisch beurteilt werden.
Für wen die Mesotherapie infrage kommt
Die Behandlung kann für Erwachsene infrage kommen, die die Qualität ihrer Haut verbessern möchten, ohne Gesichtszüge oder Proportionen zu verändern. Viele wählen sie als Einstieg in ästhetische Behandlungen, als vorbeugende Maßnahme bei beginnender Hautalterung oder als Ergänzung zu anderen Verfahren. Voraussetzung ist gesunde Haut im Behandlungsgebiet.
Wann von einer Mesotherapie abgeraten wird
- Schwangerschaft und Stillzeit
- bekannte Allergien gegen Bestandteile der Wirkstoffkombination
- akute Entzündungen, Infektionen oder Lippenherpes im Behandlungsgebiet
- entzündliche Hauterkrankungen im Schub im Behandlungsgebiet
- Störungen der Blutgerinnung
- aktive Autoimmunerkrankungen, je nach Erkrankung und Behandlungsstand
Blutverdünnende Medikamente erhöhen die Neigung zu Blutergüssen. Ärztlich verordnete Blutverdünner setzen Sie bitte niemals eigenständig ab, sondern sprechen Sie dies im Vorgespräch an.
Beratung und Aufklärung
Im Beratungsgespräch untersucht Dr. Obuch Ihre Haut und fragt nach Hautproblemen, Vorerkrankungen, Allergien, Medikamenten und bisherigen Behandlungen. Gemeinsam wird besprochen, welche Ziele realistisch sind und ob die Mesotherapie dafür das passende Verfahren ist oder ob ein anderes Vorgehen sinnvoller wäre. Die Aufklärung umfasst Ablauf, mögliche Nebenwirkungen, Alternativen und Nachsorge. Sie erhalten die Informationen auch schriftlich.
Wenn Hautprobleme wie Akne, Rosazea oder Pigmentstörungen bestehen, werden diese zunächst dermatologisch eingeordnet. Manche dieser Erkrankungen lassen sich mit anderen Verfahren gezielter behandeln, und eine akute Entzündung sollte vor einer Mesotherapie abgeklungen sein.
Vorbereitung auf den Termin
Besondere Vorbereitungen sind meist nicht nötig. Auf Alkohol sollten Sie am Vortag verzichten, da er die Neigung zu Blutergüssen erhöhen kann. In den Tagen vor der Behandlung sollten Sie die Haut nicht mit Peelings oder stark reizenden Wirkstoffen belasten. Liegt im Behandlungsgebiet ein Sonnenbrand, eine Entzündung oder ein frischer Lippenherpes vor, wird der Termin verschoben. Wenn Sie zu Lippenherpes neigen, sprechen Sie dies bitte vorab an.
Ablauf der Behandlung Schritt für Schritt
Vorbereitung
Kommen Sie möglichst ungeschminkt in die Praxis. Die Haut wird gereinigt. Zur Linderung der Einstiche kann eine betäubende Creme aufgetragen werden, die einige Zeit einwirken muss. Anschließend wird die Haut gründlich desinfiziert.
Injektion
Mit sehr feinen Nadeln wird die Wirkstoffkombination in vielen kleinen Einzelinjektionen gleichmäßig in die Haut eingebracht. Dabei entstehen kleine Quaddeln, die sich meist innerhalb weniger Stunden zurückbilden. Die Injektionen erfolgen oberflächlich in die Haut, nicht in tiefere Gewebeschichten.
Abschluss
Nach der Behandlung wird die Haut gereinigt und bei Bedarf gekühlt. Einschließlich der Einwirkzeit der Betäubungscreme dauert ein Termin rund 60 bis 90 Minuten, abhängig von der Größe des Behandlungsareals.
Behandlungsplan und Auffrischung
Die Mesotherapie wird als Serie durchgeführt. Für den Aufbau werden in der Regel drei bis vier Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen empfohlen. Danach wird die Wirkung mit Auffrischungen erhalten, häufig etwa alle sechs Monate oder ein- bis zweimal im Jahr nach Bedarf. Die Wirkung einer Serie hält erfahrungsgemäß einige Monate an. Wie Ihr persönlicher Plan aussieht, richtet sich nach Ihrem Hautzustand und Ihren Zielen.
Ausfallzeit und Nachsorge
Direkt nach der Behandlung sind Rötungen, kleine Quaddeln und eine leichte Schwellung üblich. An einzelnen Einstichstellen können Blutergüsse entstehen. Rechnen Sie mit einer Ausfallzeit von etwa ein bis zwei Tagen und planen Sie die Behandlung möglichst vor einem Wochenende.
- Verzichten Sie am Behandlungstag auf Make-up und berühren oder massieren Sie die behandelte Haut möglichst nicht.
- Meiden Sie für etwa einen Tag Sport, Sauna, Dampfbad und intensive Hitze.
- Schützen Sie die Haut konsequent vor Sonne und verzichten Sie vorübergehend auf Solarium.
- Verwenden Sie in den ersten Tagen eine milde Pflege ohne reizende Wirkstoffe.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Häufig und vorübergehend sind Rötungen, Quaddeln, Schwellungen, Druckempfindlichkeit und Blutergüsse. Seltener kommen kleine Knötchen, länger anhaltende Rötungen, Infektionen oder die Reaktivierung eines Lippenherpes vor. Allergische Reaktionen auf Bestandteile der Wirkstoffkombination sind möglich, aber selten. Bei zunehmenden Schmerzen, Fieber, Eiterbildung oder einer ungewöhnlichen Verfärbung der Haut melden Sie sich bitte umgehend in der Praxis.
Kombinationen mit anderen Behandlungen
Die Mesotherapie lässt sich gut mit anderen Verfahren zur Verbesserung der Hautqualität verbinden. Polynukleotide und die PRP-Behandlung mit Eigenblutplasma verfolgen ähnliche Ziele über andere Wirkprinzipien und können je nach Befund ergänzend eingesetzt werden. Für Poren, Narben und Hautstruktur kommen das Microneedling, das Radiofrequenz-Microneedling oder der Frax CO2-Laser infrage.
Steht ein Volumenverlust oder eine deutliche Falte im Vordergrund, sind Hyaluronfiller das passendere Verfahren. Bei nachlassender Festigkeit kann Thermage® FLX besprochen werden. Einen Überblick über alle Injektionsbehandlungen der Praxis finden Sie unter Unterspritzungen.
Realistische Erwartungen
Die Mesotherapie ist eine Behandlung für die Hautqualität. Sie verändert keine Gesichtszüge, sondern zielt auf Feuchtigkeit, Elastizität und Oberflächenstruktur. Das macht sie für viele Menschen attraktiv, bedeutet aber auch, dass Veränderungen eher behutsam ausfallen und sich über eine Serie aufbauen. Wie Ihre Haut reagiert, hängt unter anderem von Alter, Hauttyp, Sonnenexposition, Rauchen und Pflege ab. Konsequenter Sonnenschutz und eine passende Hautpflege sind deshalb ein wichtiger Teil jeder Behandlung und tragen dazu bei, die Haut langfristig zu schützen.
Kosten
Die Mesotherapie ist eine ästhetische Privatleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach dem Behandlungsareal, der verwendeten Wirkstoffkombination und der Anzahl der Sitzungen. Nach der Beratung erhalten Sie eine individuelle Kostenaufstellung. Eine Erstattung durch Krankenversicherungen ist bei ästhetischen Behandlungen in der Regel nicht vorgesehen.
Mesotherapie in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik liegt am Großen Burstah 44, wenige Gehminuten vom Rathaus entfernt. Die U3-Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt liegen in unmittelbarer Nähe, auch vom Jungfernstieg und von der S-Bahn-Station Stadthausbrücke ist die Praxis gut zu Fuß erreichbar. Da die Mesotherapie als Serie geplant wird, ist die zentrale Lage für viele praktisch. Termine vereinbaren Sie über Doctolib oder telefonisch unter 040 307 469 92.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)



