Wie der CO2-Laser auf die Haut wirkt
Ein Laser erzeugt gebündeltes Licht einer genau definierten Wellenlänge. Welche Wirkung dieses Licht in der Haut hat, hängt davon ab, von welchem Bestandteil des Gewebes es aufgenommen wird. Diese lichtabsorbierenden Strukturen nennt man Chromophore. Die wichtigsten sind der rote Blutfarbstoff, das Pigment Melanin und Wasser.
Der CO2-Laser arbeitet mit einer Wellenlänge von 10.600 Nanometern im fernen Infrarotbereich. Licht dieser Wellenlänge wird sehr stark von Wasser aufgenommen. Da die Haut zu einem großen Teil aus Wasser besteht, wird die Energie schon in einer sehr dünnen Gewebeschicht in Wärme umgewandelt. Das Wasser in den Zellen verdampft, und das Gewebe wird schichtweise abgetragen. Diesen Vorgang nennt man Ablation. Anders als bei Lasern, die nach dem Prinzip der selektiven Photothermolyse gezielt Blutfarbstoff oder Pigment ansteuern, wirkt der CO2-Laser weitgehend unabhängig von der Farbe des Gewebes. Dadurch lässt sich die Tiefe der Abtragung sehr genau steuern.
Fraktionierte Ablation
Früher wurde mit dem CO2-Laser die gesamte Hautoberfläche flächig abgetragen. Das war mit langen Heilungszeiten und einem höheren Risiko für Pigmentstörungen und Narben verbunden. Der Frax CO2-Laser arbeitet fraktioniert. Der Laserstrahl wird in viele mikroskopisch feine Lichtpunkte aufgeteilt, die säulenförmige Behandlungszonen in die Haut setzen. Je nach Einstellung wird dabei nur ein Teil der Hautoberfläche behandelt, häufig etwa 20 bis 50 Prozent. Zwischen den Zonen bleibt unbehandelte Haut stehen.
Diese intakten Hautbrücken sind für die Heilung entscheidend. Von ihnen aus wandern gesunde Zellen ein und verschließen die Mikrokanäle in der Regel innerhalb weniger Tage. Um jede Säule herum entsteht zusätzlich eine schmale Zone, in der das Gewebe nur erwärmt und nicht abgetragen wird. Dort ziehen sich Kollagenfasern zusammen, und die anschließende Wundheilung regt über Monate die Bildung von neuem Kollagen und elastischen Fasern an. Durch die Kombination verschiedener Einstellungen lassen sich in einem Arbeitsgang sowohl oberflächlichere als auch tiefere Hautschichten erreichen.
Wofür der Frax CO2-Laser eingesetzt wird
In der Praxis kommt der CO2-Laser an Gesicht, Hals und Dekolleté sowie bei Narben auch an anderen Körperstellen nach Befund in Betracht. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Aknenarben und andere eingesunkene Narben
- Operationsnarben und Narben nach Verletzungen, nach Befund auch verdickte Narben
- Dehnungsstreifen
- sonnengeschädigte Haut mit rauer Oberfläche, Unregelmäßigkeiten und Flecken
- feine Linien und Fältchen, zum Beispiel an den Wangen oder um den Mund
- erweiterte Poren und eine unruhige Hautstruktur
- nachlassende Hautfestigkeit in leichter Ausprägung
- Altersflecken und Alterswarzen nach vorheriger Abklärung
Hauterneuerung an Gesicht, Hals und Dekolleté
Gesicht, Hals und Dekolleté sind über Jahrzehnte dem Sonnenlicht ausgesetzt. Typische Folgen sind eine fahle, ungleichmäßige Hautfarbe, eine raue Oberfläche, feine Knitterfältchen und Pigmentflecken. Bei der fraktionierten Hauterneuerung, international auch Skin Rejuvenation genannt, wird ein Teil der geschädigten Oberfläche erneuert, während die Wärme in der Tiefe die Kollagenbildung anregt. Ziel ist eine ebenmäßigere Hautstruktur und eine gleichmäßigere Hautfarbe. Bei feinen Wangen- und Lippenfältchen kann der Laser die Oberfläche glätten. Tiefe, durch Muskelaktivität entstandene Falten oder ein Volumenverlust lassen sich mit dem CO2-Laser allein dagegen nicht ausgleichen. Für diese Anliegen kommen andere Verfahren in Frage, etwa Hyaluronfiller.
Lichtschäden und aktinische Keratosen
Bei stark sonnengeschädigter Haut finden sich häufig aktinische Keratosen. Das sind raue, schuppige Stellen, die als Frühform des hellen Hautkrebses gelten und ärztlich beurteilt werden sollten. Nach dermatologischer Abklärung kann der CO2-Laser in ein Behandlungskonzept eingebunden werden, teilweise in Kombination mit einer lokal aufgetragenen Creme-Therapie. Auch bestimmte gutartige Hautwucherungen lassen sich mit dem Laser abtragen.
Warum jede Hautveränderung vorher beurteilt wird
Der CO2-Laser trägt Gewebe ab, das anschließend nicht mehr feingeweblich untersucht werden kann. Deshalb wird jeder Fleck und jede Wucherung vor einer Laserbehandlung dermatoskopisch beurteilt. Bei Unklarheit wird eine Gewebeprobe entnommen oder die Veränderung operativ entfernt. Eine regelmäßige Hautkrebsvorsorge ist bei lichtgeschädigter Haut ohnehin empfehlenswert. Bestimmte Pigmentstörungen, etwa das hormonell beeinflusste Melasma, neigen nach Wärmeeinwirkung zum Nachdunkeln. Ob eine Laserbehandlung hier überhaupt sinnvoll ist, wird zurückhaltend und individuell entschieden.
Für wen der CO2-Laser nicht geeignet ist
Der CO2-Laser trägt Gewebe ab und ist damit ein eingreifenderes Verfahren als nicht abtragende Methoden. Nicht geeignet ist er bei akuten Hautentzündungen oder Hauterkrankungen im Behandlungsareal und bei dunkleren Hauttypen ab Hauttyp IV, weil hier das Risiko bleibender Pigmentstörungen deutlich steigt. Weitere Gründe, von einer Behandlung abzuraten oder sie besonders sorgfältig abzuwägen, sind:
- frisch gebräunte Haut, Solariumbesuche oder Selbstbräuner in den Wochen vor der Behandlung
- Schwangerschaft und Stillzeit
- ein aktiver Lippenherpes oder andere Infektionen im Areal
- die Einnahme von Vitamin-A-Säure-Präparaten zum Einnehmen innerhalb der letzten Monate
- lichtsensibilisierende Medikamente
- eine Neigung zu wulstigen Narben (Keloiden) oder Wundheilungsstörungen
- Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Weißfleckenkrankheit, die durch einen Hautreiz an neuer Stelle auftreten können
- eine geschwächte Immunabwehr
Kommt der Laser für Sie nicht in Frage, werden gemeinsam Alternativen besprochen.
Beratung und Hautbeurteilung
Am Anfang stehen eine ausführliche Anamnese, eine Fotodokumentation für die ärztliche Verlaufskontrolle und ein Beratungsgespräch mit Dr. med. Beata Obuch, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatochirurgie und Lasertherapie. Sie beurteilt Hauttyp, Lichtschäden, Narbenform und Hautdicke, fragt nach Medikamenten, Herpesneigung und früheren Behandlungen und erklärt, welche Veränderung realistisch erscheint. Ebenso wird besprochen, wie viel Ausfallzeit Sie einplanen können, denn davon hängt auch ab, wie intensiv behandelt wird.
Ablauf der Behandlung mit dem CO2-Laser
- Das Areal wird gereinigt und desinfiziert.
- Eine lokale Betäubungscreme wird aufgetragen, zusätzlich erhalten Sie ein Schmerzmittel in Tablettenform. Die Creme wirkt etwa 30 Minuten ein.
- Sie und das Praxisteam tragen eine Schutzbrille, die Augen werden während der Behandlung geschützt.
- Der Laser wird Feld für Feld über die Haut geführt. Spotgröße, Lasermuster und Intensität werden für jede Zone eingestellt.
- Zum Abschluss wird eine kühlende, beruhigende Salbe aufgetragen. Für die Pflege zu Hause erhalten Sie geeignete Präparate.
Die eigentliche Behandlung mit dem CO2-Laser dauert je nach Areal etwa 30 bis 60 Minuten.
Empfinden während und nach der Behandlung
Trotz Betäubung spüren die meisten Patientinnen und Patienten ein Prickeln, Stechen und eine deutliche Wärme. Nach der Behandlung fühlt sich die Haut für einige Stunden heiß an, ähnlich wie nach einem kräftigen Sonnenbrand. Kühlung und die aufgetragene Salbe lindern dieses Gefühl.
Ausfallzeit und Heilungsverlauf
Für die Planung sollten Sie mit etwa einer Woche rechnen, in der die Haut sichtbar gezeichnet ist. In den ersten ein bis zwei Tagen ist die Haut gerötet und geschwollen, um die Augen häufig deutlicher. Sie kann leicht nässen. Danach bilden sich feine, bräunliche Krusten, die sich innerhalb weniger Tage schuppend ablösen. Ist die Oberfläche geschlossen, bleibt häufig eine rosige Rötung, die über einige Wochen langsam abklingt und dann in der Regel gut mit Make-up abgedeckt werden kann.
Nachsorge und Sonnenschutz
Die Nachsorge trägt wesentlich zu einer komplikationsarmen Heilung bei. Pflegen Sie die Haut mit der mitgegebenen Salbe, reinigen Sie sie nur behutsam und kratzen Sie Krusten nicht ab. Auf Make-up, Sauna, Schwimmbad und Sport verzichten Sie, bis die Oberfläche geschlossen ist. Sonnenschutz ist nach einer Behandlung mit dem CO2-Laser besonders wichtig. Meiden Sie direkte Sonne über mehrere Wochen und verwenden Sie täglich einen Lichtschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, sobald die Haut wieder verschlossen ist. Wer zu Lippenherpes neigt, sollte dies vorher angeben, damit vorbeugende Maßnahmen besprochen werden können.
Wie viele Sitzungen notwendig sind
Die Zahl der Sitzungen hängt von Indikation und Intensität ab. Bei Aknenarben werden häufig ein bis zwei Sitzungen im Abstand von drei bis sechs Monaten empfohlen. Zur allgemeinen Hauterneuerung wird die Behandlung häufig einmal im Jahr durchgeführt. Da sich neues Kollagen über Monate bildet, ist eine abschließende Beurteilung erst einige Zeit nach der Behandlung möglich. Wie deutlich die Veränderung ausfällt, ist individuell unterschiedlich.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken beim CO2-Laser
Erwartbar sind Rötung, Schwellung, Nässen, Krustenbildung und Juckreiz in der Heilungsphase. Darüber hinaus können auftreten:
- eine länger anhaltende Rötung über mehrere Wochen
- dunkle Verfärbungen nach der Entzündung (postinflammatorische Hyperpigmentierung), besonders bei Sonneneinwirkung
- seltener eine spät auftretende Aufhellung der Haut
- bakterielle, virale oder Pilzinfektionen, einschließlich eines Lippenherpes
- Hautgrieß (Milien) und akneähnliche Pickel
- Unverträglichkeiten gegenüber Pflegeprodukten
- selten Narben
Über diese Risiken werden Sie ausführlich aufgeklärt. Bei Anzeichen einer Infektion, zunehmenden Schmerzen oder ungewöhnlichen Verfärbungen melden Sie sich bitte umgehend in der Praxis.
Alternativen und Kombinationen
Wenn eine Woche Ausfallzeit nicht möglich ist oder der Hauttyp gegen einen CO2-Laser spricht, kann das Radiofrequenz-Microneedling eine Alternative sein, das bei geringerer Ausfallzeit ebenfalls Narben und Hautstruktur adressiert. Allgemeine Informationen zum Prinzip der Kollageninduktion finden Sie unter Microneedling. Für eine Straffung ohne Verletzung der Oberfläche steht Thermage® FLX zur Verfügung. Rötungen und erweiterte Äderchen werden besser mit der Diodenlaser-Therapie behandelt. Zur Unterstützung der Hautqualität können Verfahren wie die PRP-Behandlung oder Polynukleotide ergänzend besprochen werden. Ob, wann und in welcher Reihenfolge kombiniert wird, entscheidet sich nach dem Befund.
Kosten
Die Behandlung mit dem Frax CO2-Laser ist eine Privatleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach Indikation, Größe des Areals und Zahl der Sitzungen. Einen individuellen Kostenvoranschlag erhalten Sie nach der Beratung. Ästhetisch motivierte Behandlungen werden von privaten Krankenversicherungen in der Regel nicht erstattet. Bei medizinischen Indikationen klären Sie die Erstattung bitte vorab mit Ihrer Versicherung.
CO2-Laser in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik liegt am Großen Burstah 44, zwischen Rathaus und Rödingsmarkt. Die U3-Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt sind nur wenige Gehminuten entfernt, ebenso der Jungfernstieg und die S-Bahn-Station Stadthausbrücke. Einen Beratungstermin für eine Behandlung mit dem CO2-Laser in Hamburg können Sie über Doctolib buchen oder telefonisch unter 040 307 469 92 vereinbaren.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL)



