Was ist ein Fadenlifting?
Das Fadenlifting ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem spezielle Fäden mithilfe feiner Nadeln oder Kanülen in das Unterhautfettgewebe eingebracht werden. Die Fäden tragen kleine Widerhaken oder Kegel, die sich im Gewebe verankern. Dadurch kann erschlafftes Gewebe sanft angehoben und in eine neue Position gebracht werden. Ein Hautschnitt ist dafür nicht erforderlich, die Fäden werden über kleine Einstichstellen eingeführt.
Die heute üblichen Fäden bestehen aus resorbierbarem Material. Das bedeutet, dass der Körper sie im Verlauf von Monaten abbaut. Während dieses Abbaus reagiert das umliegende Gewebe mit der Bildung von neuem Bindegewebe. Dieser Effekt wird als Kollagenstimulation bezeichnet und soll die Festigkeit des Gewebes unterstützen. Wie ausgeprägt er ist, ist individuell unterschiedlich.
Aptos: das in der Praxis verwendete Fadensystem
In der Praxis Derma & Ästhetik werden Fäden von Aptos verwendet. Der Hersteller bietet verschiedene Fadentypen und Techniken für unterschiedliche Gesichts- und Körperregionen an. Bei der Methode Aptos Excellence sind die resorbierbaren Fäden zusätzlich mit Hyaluronsäure beschichtet. Welcher Fadentyp, wie viele Fäden und welche Verlaufsrichtung in Ihrem Fall sinnvoll sind, wird nach der Untersuchung individuell festgelegt.
Dr. med. Beata Obuch ist Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit den Schwerpunkten Dermatochirurgie und Lasertherapie. Sie hat mehrere Masterclass-Schulungen von Aptos absolviert und trägt den vom Hersteller vergebenen Titel „Master of Aptos“.
Was ein Fadenlifting leisten kann und was nicht
Ein Fadenlifting zielt darauf ab, eine leichte bis mäßige Erschlaffung des Gewebes zu verbessern, zum Beispiel an den Wangen, an der Kinnlinie oder an den Mundwinkeln. Ein Teil der Veränderung zeigt sich direkt nach der Behandlung, ein weiterer Teil kann sich durch die Gewebereaktion im Verlauf von etwa drei Monaten entwickeln. Wie lange ein Effekt anhält, hängt unter anderem vom Fadentyp, von der Hautqualität, vom Körpergewicht und vom natürlichen Alterungsprozess ab. In der Regel wird mit einer Wirkung über ein bis anderthalb Jahre gerechnet, im Einzelfall kann es kürzer oder länger sein.
Die Grenzen sollten Sie ebenso kennen. Ein Fadenlifting ist kein Ersatz für ein operatives Facelift. Bei ausgeprägtem Hautüberschuss, sehr schwerem Gewebe oder deutlich erschlaffter Haut am Hals stößt das Verfahren an seine Grenzen. Auch verlorenes Volumen lässt sich mit Fäden nur begrenzt ausgleichen, hierfür kommen eher andere Verfahren infrage. Hautüberschuss am Oberlid wird mit Fäden nicht behandelt.
Behandlungsbereiche für ein Fadenlifting
Je nach Befund und Fadentyp kann ein Fadenlifting in verschiedenen Regionen eingesetzt werden, unter anderem:
- Wangen und Mittelgesicht
- Kinnlinie und Unterkieferkontur
- Mundwinkel und Falten um den Mund
- Augenbrauen und Stirn
- Hals
- ausgewählte Körperregionen
Für wen ein Fadenlifting infrage kommt
Häufig sind es Frauen und Männer im mittleren Lebensalter, bei denen sich eine beginnende Erschlaffung zeigt und die Hautqualität insgesamt noch gut ist. Geeignet ist das Verfahren vor allem für Menschen, die eine behutsame Veränderung wünschen, eine Operation nicht in Betracht ziehen und eine kurze Ausfallzeit von einigen Tagen einplanen können. Entscheidend sind realistische Erwartungen: Ziel ist eine dezente, zu Ihren Gesichtszügen passende Veränderung, deren Ausmaß individuell unterschiedlich ist.
Wann ein Fadenlifting nicht durchgeführt werden sollte
Gegen eine Behandlung sprechen unter anderem:
- bekannte Allergien gegen das Fadenmaterial oder andere Biomaterialien
- permanente, also nicht abbaubare Filler im Behandlungsgebiet
- eine Neigung zu wulstigen Narben, sogenannten Keloiden
- Autoimmunerkrankungen und bestimmte Tumorerkrankungen
- Schwangerschaft und Stillzeit
- akute Entzündungen, Infektionen oder ein Lippenherpes im Behandlungsgebiet
- Störungen der Blutgerinnung
Ob ein Fadenlifting in Ihrer Situation möglich ist, wird im Vorgespräch geklärt. Bei sehr dünner Haut oder starkem Hautüberschuss rät Dr. Obuch gegebenenfalls zu einem anderen Vorgehen.
Beratung und Aufklärung
Im Beratungsgespräch wird Ihr Gesicht in Ruhe und in Bewegung beurteilt: Hautqualität, Dicke des Unterhautfettgewebes, Knochenstruktur, Volumenverteilung und die Richtung, in der das Gewebe nachgegeben hat. Daraus ergibt sich, ob ein Fadenlifting sinnvoll ist, welche Regionen behandelt werden und wie viele Fäden voraussichtlich nötig sind.
Wichtig ist auch die Frage nach Ihren Medikamenten. Blutverdünnende Mittel erhöhen das Risiko für Blutergüsse. Etwa eine Woche vor der Behandlung sollten sie nach Möglichkeit pausiert werden, ärztlich verordnete Blutverdünner jedoch nur nach Rücksprache mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt. In der Aufklärung werden Ablauf, mögliche Nebenwirkungen, Alternativen und die Nachsorge besprochen. Sie erhalten die Informationen auch schriftlich.
Ablauf: So wird ein Fadenlifting durchgeführt
Vorbereitung und Planung
Kommen Sie am Behandlungstag möglichst ungeschminkt in die Praxis. Die Haut wird gründlich gereinigt und desinfiziert. Anschließend werden Einstichpunkte und Verlaufslinien der Fäden auf der Haut markiert. Die Planung erfolgt im Sitzen, damit die Wirkung der Schwerkraft auf das Gewebe berücksichtigt wird.
Örtliche Betäubung
Die Einstichstellen und der Verlauf der Fäden werden örtlich betäubt. Sie sind während der gesamten Behandlung wach. Ein Druck- oder Zuggefühl ist üblich, scharfe Schmerzen treten in der Regel nicht auf.
Einbringen der Fäden
Über eine feine Nadel oder Kanüle wird jeder Faden in der vorgesehenen Gewebeschicht platziert. Dabei wird darauf geachtet, Blutgefäße und Nerven zu schonen. Anschließend wird das Gewebe behutsam entlang des Fadens positioniert, überstehende Fadenenden werden gekürzt. Eine Naht ist in der Regel nicht erforderlich.
Abschluss
Nach der Behandlung wird die Haut gekühlt, die kleinen Einstichstellen werden versorgt. Je nach Umfang und Anzahl der Fäden dauert das Fadenlifting etwa 30 bis 60 Minuten. Danach können Sie nach Hause gehen.
Ausfallzeit und Heilungsverlauf nach einem Fadenlifting
In den ersten Tagen können Schwellungen, Blutergüsse und eine leichte entzündliche Reaktion an den Einstichstellen auftreten. Diese klingen in der Regel nach zwei bis drei Tagen ab. Ein Spannungsgefühl beim Kauen, Lachen oder Gähnen kann etwas länger bestehen bleiben. Kleine Unebenheiten oder Einziehungen der Haut, die direkt nach der Behandlung sichtbar sein können, gleichen sich meist innerhalb weniger Tage bis Wochen aus.
Planen Sie das Fadenlifting möglichst vor einem Wochenende und vermeiden Sie in den ersten Tagen wichtige berufliche oder private Termine.
Verhalten nach dem Fadenlifting
- Verzichten Sie für zwei bis drei Wochen auf Sport, Sauna, Sonnenbäder und Solarium.
- Planen Sie in diesem Zeitraum möglichst keine Zahnarzttermine, da das weite Öffnen des Mundes die Fäden belasten kann.
- Vermeiden Sie in den ersten Tagen ausgeprägte Mimik, Druck auf das Gesicht und Gesichtsmassagen.
- Schlafen Sie in den ersten Nächten möglichst auf dem Rücken mit leicht erhöhtem Kopf.
- Kühlen Sie bei Bedarf vorsichtig mit sauberen Kompressen.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken beim Fadenlifting
Häufig und meist vorübergehend sind Schwellungen, Blutergüsse, Druckempfindlichkeit und ein Spannungsgefühl. Seltener kommen Unebenheiten, Dellen oder Fältelungen der Haut, eine Asymmetrie, tastbare oder sichtbare Fäden sowie ein Verrutschen oder Austreten eines Fadens vor. Auch Infektionen, entzündliche Knötchen und vorübergehende Reizungen von Nerven sind möglich. Verletzungen größerer Gefäße oder Nerven sind sehr selten. Viele dieser Probleme lassen sich behandeln, im Einzelfall muss ein Faden entfernt werden. Bei zunehmenden Schmerzen, Fieber, Rötung oder Überwärmung melden Sie sich bitte umgehend in der Praxis.
Alternativen und Kombinationen
Ein Fadenlifting lässt sich mit anderen Verfahren der Praxis kombinieren, wenn der Befund dies nahelegt. Steht ein Volumenverlust im Vordergrund, kann eine Behandlung mit Hyaluronfillern sinnvoller sein oder ergänzend eingesetzt werden. Einen Überblick über injizierbare Verfahren finden Sie unter Unterspritzungen.
Zur Straffung ohne Fäden stehen apparative Verfahren wie Thermage® FLX und das Radiofrequenz-Microneedling zur Verfügung, die mit Radiofrequenzenergie arbeiten. Für die Hautoberfläche, etwa bei feinen Linien oder Narben, kann der Frax CO2-Laser infrage kommen. Bei Hautüberschuss am Oberlid ist dagegen eine Oberlidstraffung das passende Verfahren. Welche Kombination für Sie sinnvoll ist, wird im Gespräch besprochen.
Kontrolltermin und Wiederholung beim Fadenlifting
Nach einigen Wochen ist ein Kontrolltermin sinnvoll. Dabei wird beurteilt, wie sich das Gewebe gesetzt hat, ob beide Seiten gleichmäßig verheilt sind und ob einzelne Fäden tastbar sind oder stören. Da sich ein Teil der Veränderung erst im Verlauf von etwa drei Monaten entwickelt, wird das Ergebnis nicht unmittelbar nach der Behandlung abschließend bewertet.
Weil die Fäden resorbiert werden und das Gewebe weiter altert, lässt die Wirkung mit der Zeit nach. Eine erneute Behandlung ist grundsätzlich möglich. Ob und wann sie sinnvoll ist, hängt von Ihrem Befund und Ihren Wünschen ab und wird gemeinsam entschieden. Häufig wird dabei auch besprochen, ob ergänzende Maßnahmen für die Hautqualität infrage kommen, etwa eine Behandlung mit Radiofrequenz oder eine gezielte Pflege der Haut mit konsequentem Sonnenschutz.
Kosten
Das Fadenlifting ist eine ästhetische Privatleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach der Anzahl und Art der Fäden sowie nach den Behandlungsregionen. Nach der Beratung erhalten Sie eine individuelle Kostenaufstellung. Eine Erstattung durch Krankenversicherungen ist bei ästhetischen Behandlungen in der Regel nicht vorgesehen.
Fadenlifting in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik von Dr. med. Beata Obuch liegt am Großen Burstah 44, wenige Gehminuten vom Hamburger Rathaus entfernt. Mit der U3 erreichen Sie die Praxis über die Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt, außerdem über den Jungfernstieg und die S-Bahn-Station Stadthausbrücke. Einen Beratungstermin vereinbaren Sie über Doctolib oder telefonisch unter 040 307 469 92.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)




