Was ist ein Hyaluronfiller?
Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der in der Haut, im Bindegewebe und in den Gelenken vorkommt. Sie kann große Mengen Wasser binden und trägt so zu Feuchtigkeit, Spannkraft und Elastizität der Haut bei. Mit zunehmendem Alter nimmt der Gehalt an Hyaluronsäure ab. Zusammen mit dem Abbau von Fettpolstern und Knochensubstanz führt das zu Volumenverlust und Faltenbildung.
Ein Hyaluronfiller ist ein Gel aus Hyaluronsäure, die chemisch vernetzt wurde. Durch die Vernetzung wird das Gel formstabil und verbleibt länger im Gewebe als unvernetzte Hyaluronsäure. Je nach Vernetzungsgrad und Konsistenz eignen sich Filler für unterschiedliche Aufgaben: weichere Gele für feine Linien und die Lippen, festere Gele für den Volumenaufbau an Wangen oder Kinn. Hyaluronfiller sind als Medizinprodukte zertifiziert und werden vom Körper im Verlauf von Monaten abgebaut.
Was Hyaluronfiller leisten können und was nicht
Hyaluronfiller können statische Falten mildern, also Falten, die auch bei entspanntem Gesicht sichtbar sind. Sie können verlorenes Volumen ersetzen, Übergänge im Gesicht harmonisieren und die Lippen in Form und Volumen behutsam verändern. Ziel ist ein Ergebnis, das zu Ihren Gesichtszügen passt und Ihre natürliche Mimik erhält. Wie das Ergebnis ausfällt und wie lange es anhält, ist individuell unterschiedlich.
Filler haben auch Grenzen. Stark erschlaffte Haut lässt sich mit Volumen allein nicht anheben, hier kommen eher andere Verfahren infrage. Ausgeprägte mimische Falten, die vor allem bei Bewegung entstehen, sind für Filler nur eingeschränkt geeignet. Auch die Hautqualität, also Struktur, Feuchtigkeit und Poren, wird durch einen Hyaluronfiller kaum verändert. Und ein Zuviel an Volumen kann die Proportionen eines Gesichts ungünstig verändern. Eine zurückhaltende Dosierung ist deshalb ein wichtiger Grundsatz.
Anwendungsbereiche für Hyaluronfiller
In der Praxis werden Hyaluronfiller unter anderem in folgenden Bereichen eingesetzt:
- Nasolabialfalten und Marionettenfalten
- Anhebung abgesunkener Mundwinkel
- Volumenaufbau an Wangen, Kinn, Schläfen und Stirn
- Lippenunterspritzung und Lippenkorrektur
- Fältchen an der Oberlippe
- Fältchen im Augenbereich
- eingesunkene Ohrläppchen
Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure
Die Lippen sind eine besonders bewegliche und empfindliche Region. Bei einer Lippenunterspritzung kann es um Volumen gehen, aber ebenso um die Kontur des Lippenrots, um eine Angleichung von Ober- und Unterlippe, um Asymmetrien oder um feine Fältchen an der Oberlippe. Eingesetzt werden weichere Gele, die sich der Bewegung der Lippe anpassen. Bei der Planung werden die Proportionen des gesamten Gesichts berücksichtigt, denn eine Lippe wirkt nicht für sich allein. Häufig ist eine zurückhaltende Menge sinnvoll, die bei Bedarf in einem zweiten Termin ergänzt werden kann.
Für wen Hyaluronfiller infrage kommen
Eine Behandlung kann für Erwachsene infrage kommen, die Falten mildern, verlorenes Volumen ersetzen oder einzelne Gesichtsbereiche behutsam betonen möchten. Grundlage ist ein gesunder Hautzustand im Behandlungsgebiet und eine realistische Erwartung an das Ergebnis. Im Gespräch wird auch geklärt, ob die Veränderung, die Sie sich wünschen, mit einem Hyaluronfiller sinnvoll erreichbar ist oder ob ein anderes Verfahren besser passt.
Wann von einem Hyaluronfiller abgeraten wird
- Schwangerschaft und Stillzeit
- akute Entzündungen, Infektionen oder Lippenherpes im Behandlungsgebiet
- bekannte Allergien gegen Bestandteile des Präparats
- permanente, nicht abbaubare Filler im Behandlungsgebiet
- aktive Autoimmunerkrankungen, je nach Erkrankung und Behandlungsstand
- Störungen der Blutgerinnung
- kurz bevorstehende oder gerade erfolgte Zahnbehandlungen und Impfungen, nach Rücksprache
Blutverdünnende Medikamente erhöhen das Risiko für Blutergüsse. Ärztlich verordnete Blutverdünner setzen Sie bitte niemals eigenständig ab, sondern sprechen Sie das Thema im Vorgespräch an.
Beratung und Analyse
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Dr. Obuch analysiert Ihr Gesicht in Ruhe und in Bewegung, beurteilt Hautzustand, Volumenverteilung und Proportionen und fragt nach Vorerkrankungen, Allergien, Medikamenten und früheren Behandlungen. Gemeinsam wird besprochen, welche Bereiche behandelt werden sollen, welches Präparat geeignet ist und welche Menge voraussichtlich nötig ist. Häufig ist es sinnvoll, nicht die sichtbare Falte selbst, sondern die Ursache, etwa einen Volumenverlust im Mittelgesicht, zu behandeln. Die Aufklärung umfasst Ablauf, Risiken, Alternativen und Nachsorge.
Vorbereitung auf den Termin
Planen Sie die Behandlung nicht unmittelbar vor wichtigen Anlässen, da Schwellungen und Blutergüsse einige Tage sichtbar sein können. Auf Alkohol sollten Sie am Vortag verzichten. Kommen Sie möglichst ungeschminkt in die Praxis. Wenn Sie zu Lippenherpes neigen, sprechen Sie dies vor einer Behandlung im Mundbereich bitte an, damit eine vorbeugende Behandlung erwogen werden kann.
Ablauf der Behandlung Schritt für Schritt
Auswahl des Präparats
Je nach Hauttyp und Behandlungsregion wird der passende Hyaluronfiller ausgewählt. Für die Lippen oder feine Linien kommen weichere Gele infrage, für den Aufbau an Wangen oder Kinn festere.
Vorbereitung
Die Haut wird gereinigt und gründlich desinfiziert. Viele Präparate enthalten bereits ein örtliches Betäubungsmittel. Zusätzlich kann eine betäubende Creme aufgetragen werden, insbesondere an den empfindlichen Lippen.
Injektion
Der Hyaluronfiller wird mit einer feinen Nadel oder einer stumpfen Kanüle eingebracht. Eine Kanüle hat eine abgerundete Spitze und wird in bestimmten Regionen bevorzugt, weil sie Gefäße eher zur Seite schiebt, statt sie zu durchstechen. Die Injektion erfolgt langsam und in kleinen Mengen, die Wirkung wird zwischendurch kontrolliert. Die Behandlung dauert je nach Umfang etwa 30 bis 60 Minuten.
Abschluss
Zum Abschluss wird das Gel bei Bedarf sanft modelliert und die Haut gekühlt. Danach können Sie die Praxis verlassen.
Nach einer Hyaluronfiller-Behandlung
Eine Ausfallzeit im engeren Sinn gibt es meist nicht. Rötungen, leichte Schwellungen und kleine Blutergüsse an den Einstichstellen sind jedoch möglich, an den Lippen fällt die Schwellung oft deutlicher aus. Sie klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab und lassen sich häufig mit Make-up abdecken. Das endgültige Ergebnis lässt sich erst beurteilen, wenn die Schwellung abgeklungen ist. Ein Kontrolltermin nach etwa zwei Wochen ist deshalb häufig sinnvoll. Bei diesem Termin wird beurteilt, ob sich das Gel gleichmäßig verteilt hat und ob beide Seiten harmonisch wirken. Kleine Ergänzungen sind dann möglich, wenn sie sinnvoll erscheinen. Eine zurückhaltende erste Behandlung mit der Möglichkeit einer späteren Ergänzung ist häufig der bessere Weg als eine zu große Menge in einem Termin.
- Verzichten Sie für zwei bis vier Tage auf Sport, Sauna und Dampfbad.
- Massieren Sie die behandelten Stellen nicht und vermeiden Sie Druck, etwa durch das Schlafen auf dem Gesicht.
- Leichtes Make-up ist nach der Behandlung möglich, sofern die Einstichstellen verschlossen sind.
- Kühlen Sie bei Bedarf vorsichtig mit sauberen Kompressen.
- Planen Sie Zahnbehandlungen in den ersten Wochen möglichst nach Rücksprache.
Wie lange hält ein Hyaluronfiller?
Die Haltbarkeit hängt von der Menge und Art des Präparats, von der Behandlungsregion, von der Beweglichkeit des Bereichs und vom individuellen Stoffwechsel ab. In der Regel wird mit etwa sechs bis zwölf Monaten gerechnet. In sehr beweglichen Bereichen wie den Lippen wird der Hyaluronfiller häufig schneller abgebaut, in ruhigeren Bereichen kann er länger verbleiben. Eine Auffrischung ist möglich und wird bei Bedarf besprochen.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Häufig und meist vorübergehend sind Rötungen, Schwellungen, Druckempfindlichkeit, Blutergüsse und kleine tastbare Unebenheiten. Seltener kommen Asymmetrien, sichtbare Verdickungen oder ein bläulicher Schimmer bei zu oberflächlicher Lage, Infektionen, verzögerte entzündliche Schwellungen oder Knötchen sowie die Reaktivierung eines Lippenherpes vor.
Selten, aber wichtig ist der Verschluss eines Blutgefäßes durch den Hyaluronfiller. Er kann zu einer Durchblutungsstörung der Haut führen, in sehr seltenen Fällen auch zu Sehstörungen. Kenntnisse der Gesichtsanatomie, eine langsame Injektionstechnik und die Wahl von Kanülen in bestimmten Regionen sollen dieses Risiko verringern. Starke oder zunehmende Schmerzen, eine weißliche oder bläulich-fleckige Verfärbung der Haut sowie Sehstörungen nach der Behandlung sind Warnzeichen. Melden Sie sich in diesem Fall bitte umgehend in der Praxis.
Kann ein Hyaluronfiller wieder aufgelöst werden?
Hyaluronsäure lässt sich mit einem speziellen Enzym, das ärztlich in das Gewebe injiziert wird, gezielt abbauen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu nicht abbaubaren Füllmaterialien. Eingesetzt wird diese Möglichkeit bei Komplikationen, bei einer ungünstigen Lage des Gels oder wenn ein Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Auch das Enzym kann Nebenwirkungen haben, über die Sie im Bedarfsfall aufgeklärt werden.
Kombinationen und Alternativen
Ein Hyaluronfiller ist oft ein Baustein in einem Gesamtkonzept. Für die Hautqualität eignen sich die Mesotherapie mit unvernetzter Hyaluronsäure, Polynukleotide oder die PRP-Behandlung. Bei beginnender Erschlaffung kann ein Fadenlifting mit resorbierbaren Fäden ergänzend sinnvoll sein. Zur Straffung ohne Injektionen stehen Thermage® FLX und das Radiofrequenz-Microneedling zur Verfügung. Einen Überblick über alle Injektionsbehandlungen der Praxis finden Sie unter Unterspritzungen.
Kosten
Hyaluronfiller sind eine ästhetische Privatleistung und werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach der Behandlungsregion und der Menge des benötigten Präparats. Nach der Beratung erhalten Sie eine individuelle Kostenaufstellung. Eine Erstattung durch Krankenversicherungen ist bei ästhetischen Behandlungen in der Regel nicht vorgesehen.
Hyaluronfiller in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik von Dr. med. Beata Obuch liegt am Großen Burstah 44 in 20457 Hamburg, zwischen Rathaus und Rödingsmarkt. Über die U3-Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt, den Jungfernstieg und die S-Bahn-Station Stadthausbrücke erreichen Sie die Praxis in wenigen Gehminuten. Einen Beratungstermin vereinbaren Sie über Doctolib oder telefonisch unter 040 307 469 92.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)



