Wie die Haarentfernung mit dem Diodenlaser funktioniert
Die Laser-Haarentfernung beruht auf dem Prinzip der selektiven Photothermolyse. Dabei wird Licht einer bestimmten Wellenlänge bevorzugt von einem Zielfarbstoff aufgenommen und dort in Wärme umgewandelt, während das umliegende Gewebe möglichst geschont wird. Bei der Haarentfernung ist dieser Farbstoff das Melanin im Haarschaft und in der Haarwurzel. Die Wärme wird vom pigmentierten Haar auf die umgebenden Strukturen des Haarfollikels übertragen, insbesondere auf die Haarmatrix und auf die Stammzellen in der sogenannten Wulstregion, aus denen neue Haare hervorgehen. Werden diese Strukturen ausreichend geschädigt, verliert der Follikel ganz oder teilweise die Fähigkeit, ein neues Haar zu bilden.
Diodenlaser arbeiten im nahen Infrarotbereich. Ihr Licht dringt tief genug in die Haut ein, um die Haarwurzeln zu erreichen, wird aber auch vom Melanin der Oberhaut aufgenommen. Deshalb sind eine ausreichende Kühlung der Hautoberfläche und die richtige Wahl der Parameter für Hauttyp und Haar entscheidend. Grundsätzlich gilt: Je größer der Kontrast zwischen dunklem Haar und heller Haut, desto gezielter kann die Energie im Haar wirken.
Der Eneka:pro Diodenlaser
In der Privatpraxis von Dr. med. Beata Obuch wird für die Haarentfernung der Eneka:pro Diodenlaser eingesetzt. Das System arbeitet mit zwei Wellenlängen, die je nach Haardicke, Haarfarbe und Hauttyp gewählt werden, und verfügt über ein Handstück im Wellenlängenbereich des Alexandritlasers. Allgemein gilt, dass kürzere Wellenlängen stärker von Melanin aufgenommen werden und bei feinerem oder hellerem Haar Vorteile haben können, während längere Wellenlängen tiefer eindringen und das Pigment der Oberhaut weniger beanspruchen. Eine integrierte Hautkühlung schützt die Oberfläche während der Behandlung.
Warum die Haarentfernung mehrere Sitzungen braucht
Haare wachsen nicht gleichzeitig, sondern in Zyklen. In der Wachstumsphase (Anagenphase) ist das Haar fest mit der pigmentreichen Haarmatrix verbunden. Danach folgen eine kurze Übergangsphase (Katagenphase) und eine Ruhephase (Telogenphase), in der sich das Haar von der Wurzel löst. Der Laser wirkt vor allem auf Haare in der Wachstumsphase, denn nur dann wird die Wärme ausreichend in die haarbildenden Strukturen geleitet. Da sich zu jedem Zeitpunkt nur ein Teil der Haare in dieser Phase befindet, sind mehrere Sitzungen erforderlich. In der Regel werden etwa sechs bis zehn Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen geplant, abhängig von Körperregion, Haartyp und Hautbeschaffenheit.
Was „dauerhaft“ bedeutet
Der Begriff dauerhafte Haarentfernung beschreibt medizinisch eine langfristige Verringerung der Haardichte. Ziel ist, dass ein großer Teil der behandelten Haare über einen langen Zeitraum nicht nachwächst. Einzelne Follikel können sich jedoch im Laufe der Zeit erholen und erneut Haare bilden. Nachwachsende Haare sind häufig feiner und heller. Hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder bei hormonellen Erkrankungen, können zudem bisher ruhende Follikel aktivieren. Vereinzelte Auffrischungssitzungen sind deshalb möglich und unproblematisch. Wie stark die Haardichte abnimmt, ist individuell unterschiedlich.
Behandlungsbereiche und Haartypen
Die Haarentfernung mit dem Laser ist grundsätzlich für alle Körperbereiche geeignet, in denen Haare wachsen, auch für empfindliche Regionen. Häufig behandelt werden:
- Gesicht, zum Beispiel Oberlippe, Kinn und Wangen
- Achseln
- Bikinizone
- Beine und Arme
- Rücken, Brust und Schultern
- Bartkonturen und Nacken
Innerhalb der knöchernen Augenhöhle, also auch an den Augenbrauen in Augennähe, wird aus Sicherheitsgründen nicht gelasert. Dunkle, kräftige Haare sprechen in der Regel deutlicher an als feine, helle Haare. Sehr helle, rote, graue oder weiße Haare enthalten wenig oder kein Melanin, sodass die Wirkung jedes Lasers hier eingeschränkt ist. Ob bei blondem Haar ein Behandlungsversuch sinnvoll erscheint, wird in der Beratung ehrlich eingeschätzt. Auch dunklere Hauttypen können mit angepassten Einstellungen behandelt werden, erfordern aber besondere Vorsicht.
Viele Menschen kommen nicht nur wegen des Haarwuchses selbst, sondern wegen eingewachsener Haare und wiederkehrender Entzündungen der Haarwurzeln nach Rasur oder Epilation. Eine Verringerung der Haardichte kann darauf abzielen, auch diese Beschwerden zu lindern.
Haarentfernung bei Männern
Auch Männer lassen sich häufig behandeln, etwa an Rücken, Schultern, Brust oder Nacken oder zur Gestaltung der Bartkonturen. Ein besonderes Anliegen sind eingewachsene Barthaare mit wiederkehrenden Entzündungen und kleinen Knötchen am Hals, die vor allem bei kräftigem, gelocktem Haar nach der Rasur entstehen. Eine Verringerung der Haardichte in diesem Bereich kann darauf abzielen, die Entzündungen seltener werden zu lassen. Da im Gesichts- und Halsbereich in seltenen Fällen ein paradoxes Haarwachstum beschrieben ist, werden Areal und Einstellungen hier besonders sorgfältig geplant. Bei großen Flächen wie dem Rücken ist eine längere Behandlungszeit pro Sitzung einzuplanen.
Wenn ein verstärkter Haarwuchs abgeklärt werden sollte
Tritt bei Frauen ein vermehrter Haarwuchs in einem männlichen Verteilungsmuster auf, etwa an Kinn, Brust oder Bauch, oder nimmt der Haarwuchs plötzlich zu, sollte zunächst nach einer hormonellen Ursache gesucht werden. Die Haarentfernung behandelt das Symptom, nicht die Ursache. Mehr zur fachärztlichen Abklärung finden Sie unter Dermatologie.
Für wen die Haarentfernung nicht geeignet ist
- frisch gebräunte Haut, Solarium oder Selbstbräuner in den Wochen vor der Behandlung
- Schwangerschaft
- akute Entzündungen, Infektionen, Lippenherpes oder offene Wunden im Behandlungsareal
- die Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente
- Tätowierungen oder Permanent-Make-up im Areal, die bei der Behandlung ausgespart werden
- auffällige oder unklare Muttermale, die zuvor ärztlich beurteilt und ausgespart werden
- eine Neigung zu wulstigen Narben (Keloiden)
Beratung und Vorbereitung
Vor der ersten Sitzung bespricht Dr. med. Beata Obuch, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatochirurgie und Lasertherapie, mit Ihnen Ihre Wünsche, Vorerkrankungen und Medikamente. Sie beurteilt Hauttyp, Haarfarbe, Haardicke und Muttermale im Behandlungsareal und erklärt, welche Veränderung realistisch erscheint. Für die Vorbereitung gilt:
- Etwa vier bis sechs Wochen vor der Behandlung und zwischen den Sitzungen nicht wachsen, epilieren oder zupfen, denn die Haarwurzel muss im Follikel verbleiben. Rasieren ist erlaubt.
- Das Areal am Vortag rasieren.
- Mindestens zwei Wochen vor der Behandlung direkte Sonne meiden und im Freien Sonnenschutz auftragen.
- Keinen Selbstbräuner verwenden und am Behandlungstag auf Deodorant, Cremes und Make-up im Areal verzichten.
Ablauf einer Sitzung zur Haarentfernung
Die Haut wird gereinigt und kontrolliert, gegebenenfalls werden Restbehaarung entfernt und Muttermale abgedeckt. Sie und das Praxisteam tragen eine Schutzbrille. Anschließend wird das Handstück Bahn für Bahn über die Haut geführt, während die integrierte Kühlung die Oberfläche schützt. Je nach Zone dauert eine Sitzung etwa 10 bis 30 Minuten.
Empfinden während der Behandlung
Die meisten Patientinnen und Patienten spüren eine Wärme und ein leichtes Prickeln, manchmal ein kurzes Stechen. In Regionen mit dichtem, kräftigem Haar oder empfindlicher Haut, etwa an der Oberlippe oder in der Bikinizone, ist das Empfinden meist deutlicher. Dank der integrierten Hautkühlung ist eine Betäubung in der Regel nicht erforderlich.
Hautreaktion und Ausfallzeit
Unmittelbar nach der Behandlung ist die Haut häufig leicht gerötet, und um die Haaröffnungen können kleine Schwellungen entstehen, die an Gänsehaut erinnern. Diese Reaktion klingt meist innerhalb von Stunden ab. Eine Ausfallzeit besteht in der Regel nicht. In den ein bis drei Wochen nach der Sitzung werden die behandelten Haare abgestoßen. Das kann zunächst wie ein Nachwachsen aussehen, ist aber Teil des erwarteten Verlaufs.
Nachsorge und Sonnenschutz
Kühlen Sie gerötete Stellen bei Bedarf und verwenden Sie eine milde, parfümfreie Pflege. Auf Sauna, heiße Bäder und schweißtreibenden Sport sollten Sie für etwa ein bis zwei Tage verzichten. Mindestens zwei Wochen nach der Behandlung sollten Sie direkte Sonne meiden und im Freien Sonnenschutz auftragen. Zwischen den Sitzungen wird nur rasiert. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen ist die Haarentfernung in der Regel ganzjährig möglich.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken der Haarentfernung
Häufig und vorübergehend sind Rötung, Schwellung um die Haarfollikel und ein Wärmegefühl. Seltener können auftreten:
- Entzündungen der Haarfollikel
- Bläschen, Krusten oder oberflächliche Verbrennungen
- vorübergehende hellere oder dunklere Hautstellen, vor allem bei gebräunter oder dunklerer Haut
- selten ein paradoxes Haarwachstum, bei dem feine Haare in der Umgebung des behandelten Areals kräftiger werden
- sehr selten Narben
Über diese Risiken werden Sie vor der ersten Sitzung aufgeklärt. Wenn nach der Behandlung Blasen oder anhaltende Beschwerden auftreten, melden Sie sich bitte in der Praxis.
Alternativen und weitere Behandlungen
Rasur, Enthaarungscremes, Wachs und Epilation entfernen Haare nur vorübergehend und können die Haut reizen. Eine Übersicht zu Haarentfernung und Haarausfall bietet die Seite Haarbehandlung. Wer an den Achseln zusätzlich unter starkem Schwitzen leidet, findet Informationen unter Schweißbehandlung. Für Gefäßveränderungen und Rötungen setzt die Praxis einen anderen Diodenlaser ein, mehr dazu unter Diodenlaser-Therapie.
Kosten der Haarentfernung
Die Laser-Haarentfernung ist eine Privatleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach Größe und Zahl der Zonen sowie nach der Zahl der Sitzungen. Nach der Beratung erhalten Sie einen individuellen Kostenvoranschlag. Als kosmetisch motivierte Behandlung wird die Haarentfernung von privaten Krankenversicherungen in der Regel nicht erstattet.
Laser-Haarentfernung in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik liegt am Großen Burstah 44, zwischen Rathaus und Rödingsmarkt. Mit der U3 sind die Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt in wenigen Gehminuten erreichbar, von der S-Bahn-Station Stadthausbrücke ist es ebenfalls nicht weit. Einen Termin zur Beratung über die dauerhafte Haarentfernung in Hamburg können Sie über Doctolib buchen oder telefonisch unter 040 307 469 92 vereinbaren.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL)




