Haarausfall: wann er medizinisch relevant ist
Haare wachsen nicht ununterbrochen, sondern in Zyklen. Auf eine mehrjährige Wachstumsphase folgen eine kurze Übergangsphase und eine Ruhephase, an deren Ende das Haar ausfällt und ein neues nachwächst. Ein gewisser täglicher Haarverlust ist deshalb normal. Als Orientierung gilt, dass ein Verlust von bis zu etwa 100 Haaren am Tag in der Regel unbedenklich ist, an Tagen der Haarwäsche auch mehr.
Ärztlich abgeklärt werden sollte Haarausfall, wenn er über mehrere Wochen deutlich verstärkt ist, wenn das Haar sichtbar dünner wird, der Scheitel breiter erscheint oder kahle Stellen entstehen. Auch Juckreiz, Brennen, Schuppung oder Rötungen der Kopfhaut sind ein Grund, sich untersuchen zu lassen. Da Haare langsam wachsen, lohnt sich eine frühe Abklärung: Je früher die Ursache bekannt ist, desto eher kann die Haarbehandlung gezielt geplant werden.
Häufige Formen von Haarausfall
- Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Die häufigste Form bei Männern und Frauen. Bei Männern zeigen sich typischerweise Geheimratsecken und eine Lichtung am Hinterkopf, bei Frauen eher eine Ausdünnung im Scheitelbereich. Ursache ist eine erblich bedingte Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Hormonen.
- Diffuser Haarausfall: Die Haare fallen gleichmäßig verteilt vermehrt aus. Häufig tritt er mit einer Verzögerung von etwa zwei bis drei Monaten nach einem auslösenden Ereignis auf, zum Beispiel nach einer fieberhaften Erkrankung, einer Operation, einer Entbindung, starkem Stress oder einer strengen Diät. Auch Mangelzustände, Schilddrüsenerkrankungen und Medikamente kommen als Ursache infrage.
- Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Es entstehen scharf begrenzte, runde kahle Stellen. Zugrunde liegt eine Fehlreaktion des Immunsystems gegen die Haarwurzeln.
- Vernarbende Formen: Selten führt eine Entzündung der Kopfhaut dazu, dass Haarwurzeln dauerhaft zerstört werden. Diese Formen sollten möglichst früh erkannt werden, damit weiterer Haarverlust begrenzt werden kann.
Mangelzustände als Ursache
Häufig liegt die Ursache für Haarausfall in einem Mangel bestimmter Stoffe im Körper. Die Haarwurzeln gehören zu den Zellen mit der höchsten Teilungsaktivität und reagieren deshalb empfindlich auf eine unzureichende Versorgung. Eine wichtige Rolle spielen zum Beispiel ein niedriger Eisenspeicher, der besonders bei Frauen mit starker Regelblutung, bei vegetarischer oder veganer Ernährung und nach Schwangerschaften vorkommt, aber auch andere Vitamine und Spurenelemente sowie eine unzureichende Eiweißzufuhr. Auch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann Haarausfall verursachen.
Erkrankungen der Kopfhaut
Auch Erkrankungen der Kopfhaut können mit Haarausfall einhergehen oder ihn verstärken. Dazu gehören eine Schuppenflechte im Bereich der Kopfhaut, ein seborrhoisches Ekzem mit fettiger Schuppung und Rötung sowie Pilzinfektionen, die vor allem bei Kindern vorkommen. In diesen Fällen richtet sich die Haarbehandlung zunächst nach der Grunderkrankung. Eine ruhige, nicht entzündete Kopfhaut ist eine wichtige Voraussetzung für gesundes Haarwachstum.
Ursachenklärung vor der Haarbehandlung
Die Haarbehandlung gegen Haarausfall beginnt in der Praxis von Dr. med. Beata Obuch mit der Suche nach der Ursache. Denn ohne Kenntnis der Ursache lässt sich nicht beurteilen, welche Behandlung sinnvoll ist.
- Anamnese: Dr. Obuch fragt, seit wann der Haarausfall besteht, wie er sich zeigt, ob es auslösende Ereignisse gab, welche Medikamente Sie einnehmen, wie Sie sich ernähren und ob in der Familie Haarausfall vorkommt. Bei Frauen sind auch Zyklus, Schwangerschaften und hormonelle Verhütung von Bedeutung.
- Untersuchung: Haare und Kopfhaut werden genau angesehen, um das Muster des Haarausfalls einzuordnen und Entzündungen, Schuppung oder Vernarbungen zu erkennen.
- Blutuntersuchung: Mit einer Blutuntersuchung wird geprüft, ob ein Mangel oder eine hormonelle Störung vorliegt. Welche Werte bestimmt werden, richtet sich nach Ihrer Vorgeschichte und dem Befund.
- Befundbesprechung: Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden sie mit Ihnen besprochen. Ein festgestellter Mangel kann gezielt ausgeglichen werden. Ergeben sich Hinweise auf eine Erkrankung anderer Organe, etwa der Schilddrüse, wird die Mitbehandlung in der entsprechenden Fachrichtung empfohlen.
So bereiten Sie den Termin zur Haarbehandlung vor
Bringen Sie vorhandene Laborbefunde der letzten Monate und eine Liste Ihrer Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mit. Hilfreich sind auch Fotos, die Ihr Haar zu einem früheren Zeitpunkt zeigen, sowie Notizen dazu, wann der Haarausfall begonnen hat und ob es in den Monaten davor Erkrankungen, Operationen, eine Entbindung oder besondere Belastungen gab. Verzichten Sie am Tag der Untersuchung möglichst auf Haarspray, Gel und andere Stylingprodukte, damit Haare und Kopfhaut gut beurteilt werden können.
Haarbehandlung mit PRP als begleitende Therapie
Als begleitende Therapie wird in der Praxis die Behandlung mit plättchenreichem Plasma, kurz PRP, angeboten. Dabei wird Ihnen zunächst eine kleine Menge Blut entnommen und in einer Zentrifuge aufbereitet, um das Plasma von den roten Blutkörperchen zu trennen. Das gewonnene Plasma ist reich an Blutplättchen, die Wachstumsfaktoren enthalten. Es wird anschließend mit feinen Nadeln in die Kopfhaut der betroffenen Bereiche eingebracht. Eine Betäubung ist dafür in der Regel nicht erforderlich.
Die Wachstumsfaktoren sollen auf die Haarwurzeln einwirken und das Zellwachstum anregen. Studien weisen vor allem beim anlagebedingten Haarausfall auf einen möglichen Nutzen hin. Die Datenlage ist jedoch nicht einheitlich, und das Ansprechen ist individuell verschieden. Am ehesten profitieren Patientinnen und Patienten in einem frühen Stadium, solange noch aktive Haarwurzeln vorhanden sind. In der Regel sind mehrere Sitzungen in zeitlichem Abstand vorgesehen, Anzahl und Intervalle werden individuell festgelegt. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite PRP-Behandlung.
Nicht geeignet ist die PRP-Behandlung unter anderem bei einer übertragbaren Erkrankung, während der Schwangerschaft und bei bestimmten Hauterkrankungen im Behandlungsbereich. Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, sprechen Sie dies bitte vorab an. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab, sondern nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
Mögliche Nebenwirkungen der Haarbehandlung mit PRP
Während der Behandlung kann ein Druck- oder Stechgefühl auftreten. Danach sind leichte Rötungen, eine Empfindlichkeit der Kopfhaut und kleine Blutergüsse an den Einstichstellen möglich, die in der Regel nach kurzer Zeit abklingen. Selten kommt es zu Infektionen. Da das Plasma aus Ihrem eigenen Blut gewonnen wird, sind allergische Reaktionen auf das Plasma selbst nicht zu erwarten.
Was Sie neben der Haarbehandlung selbst tun können
- Gehen Sie schonend mit Ihren Haaren um und vermeiden Sie dauerhaft straff gebundene Frisuren, da ständiger Zug die Haarwurzeln schädigen kann.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß.
- Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel nicht auf Verdacht ein. Ohne nachgewiesenen Mangel sind sie in der Regel nicht hilfreich, und manche Stoffe können in zu hoher Dosis sogar selbst Haarausfall auslösen.
- Haben Sie Geduld. Haare wachsen nur etwa einen Zentimeter im Monat, sichtbare Veränderungen zeigen sich auch bei einer Haarbehandlung deshalb erst nach Monaten.
Grenzen der Haarbehandlung
Nicht jede Form von Haarausfall lässt sich vollständig aufhalten. Der anlagebedingte Haarausfall schreitet in der Regel langsam fort, eine Haarbehandlung kann ihn verlangsamen, aber die Veranlagung nicht beseitigen. Bei vernarbenden Formen können zerstörte Haarwurzeln keine neuen Haare mehr bilden. Diffuser Haarausfall nach einem auslösenden Ereignis bildet sich dagegen häufig von selbst zurück, wenn die Ursache beseitigt ist. Eine ehrliche Einschätzung dessen, was erreichbar ist, gehört deshalb zu jeder Beratung.
Haarbehandlung bei unerwünschtem Haarwuchs: Haarentfernung mit dem Eneka:pro Diodenlaser
Zur Haarbehandlung gehört in der Praxis auch das Gegenteil des Haarausfalls: die Entfernung unerwünschter Haare mit dem Eneka:pro Diodenlaser. Die Laserbehandlung eignet sich für alle Körperbereiche, in denen Haare wachsen, und kann auch in sensiblen Hautregionen angewendet werden. Sie nutzt Licht und Wärme: Das Laserlicht wird vom Pigment des Haares aufgenommen, die Haarwurzel wird dabei auf etwa 70 Grad Celsius erhitzt. Dadurch werden die für das Haarwachstum verantwortlichen Strukturen geschädigt. Der Laser arbeitet mit zwei Wellenlängen für feines und kräftiges Haar und verfügt über eine integrierte Hautkühlung, die die Haut während der Behandlung schützt und die Wärmeeinwirkung abmildert.
Medizinisch sinnvoll kann eine Laser-Haarentfernung zum Beispiel bei wiederkehrend eingewachsenen Haaren und entzündeten Haarwurzeln sein. Verstärkter Haarwuchs mit männlichem Verteilungsmuster bei Frauen, der sogenannte Hirsutismus, sollte zuvor auf hormonelle Ursachen untersucht werden. Da nur Haare in der Wachstumsphase auf die Haarbehandlung ansprechen, sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen notwendig. Einzelne Haarwurzeln können sich im Laufe der Zeit erholen, die Behandlung lässt sich dann wiederholen.
Vor und nach der Haarbehandlung mit dem Laser sollten Sie direkte Sonne meiden und im Freien Sonnenschutz verwenden. Nach der Behandlung können Rötungen und kleine Schwellungen um die Haarwurzeln auftreten, selten Blasen oder Pigmentveränderungen, vor allem nach Sonneneinstrahlung. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite Dauerhafte Haarentfernung.
Kosten der Haarbehandlung
Alle Leistungen der Haarbehandlung werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach den notwendigen Untersuchungen, den Laborleistungen und den gewählten Behandlungen und werden nach der Beratung individuell besprochen. Die medizinische Abklärung von Haarausfall wird von privaten Krankenversicherungen je nach Tarif erstattet. Die PRP-Behandlung und die Laser-Haarentfernung werden dagegen häufig nicht übernommen. Gesetzlich Versicherte können die Praxis als Selbstzahler aufsuchen.
Haarbehandlung in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis von Dr. med. Beata Obuch liegt am Großen Burstah 44, zwischen Rathaus und Rödingsmarkt. Mit der U3 erreichen Sie beide Haltestellen in wenigen Gehminuten. Wer wegen Haarausfall in Hamburg einen Hautarzt sucht, findet hier eine Abklärung, die mit der Suche nach der Ursache beginnt und erst danach über die Haarbehandlung entscheidet. Termine vereinbaren Sie online über Doctolib oder telefonisch unter 040 307 469 92. Einen Überblick über das gesamte Spektrum der Praxis finden Sie auf der Seite Dermatologie.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)




