Was ein Dioden-Laser ist
Ein Laser gibt gebündeltes Licht einer genau definierten Wellenlänge ab. Beim Dioden-Laser wird dieses Licht in einem Halbleiterbauteil erzeugt, ähnlich wie bei einer Leuchtdiode, jedoch mit sehr viel höherer Energiedichte. Je nach Gerät und Handstück arbeiten Dioden-Laser mit unterschiedlichen Wellenlängen. Die Wellenlänge bestimmt, von welchen Bestandteilen der Haut das Licht bevorzugt aufgenommen wird und wie tief es eindringt. Die wichtigsten lichtabsorbierenden Strukturen, die sogenannten Chromophore, sind der rote Blutfarbstoff Hämoglobin, das Hautpigment Melanin und Wasser.
In der Privatpraxis von Dr. med. Beata Obuch wird für die Behandlung von Gefäßveränderungen und weiteren Hautbefunden der Dioden-Laser dios:blue eingesetzt.
Das Prinzip der selektiven Photothermolyse
Hinter der Behandlung von Gefäßen steht ein Prinzip, das als selektive Photothermolyse bezeichnet wird. Das Laserlicht durchdringt die oberen Hautschichten und wird im Zielgewebe, hier dem Blutfarbstoff in einem erweiterten Äderchen, bevorzugt aufgenommen. Dort wird es in Wärme umgewandelt. Das Blut gerinnt, die Gefäßwand wird geschädigt, und das Gefäß verschließt sich. In den folgenden Wochen baut der Körper das verschlossene Gefäß ab.
Entscheidend ist, dass die Wärme möglichst im Gefäß bleibt. Dazu wird die Impulsdauer auf die Größe der Zielstruktur abgestimmt. Kleine Strukturen geben Wärme schneller an die Umgebung ab als größere. Fachlich spricht man von der thermischen Relaxationszeit. Ist der Impuls passend gewählt, wird das umliegende Gewebe weitgehend geschont. Eine Kühlung der Haut vor, während und nach der Behandlung schützt zusätzlich die Oberhaut, deren Pigment ebenfalls Licht aufnehmen kann.
Was mit dem Dioden-Laser behandelt werden kann
Gefäßveränderungen im Gesicht
Ein Schwerpunkt der Dioden-Laser-Therapie sind sichtbare, erweiterte Äderchen im Gesicht, in der Fachsprache Teleangiektasien. Dazu gehören die Couperose mit feinen roten Äderchen an Wangen und Nase, flächige Rötungen (Erytheme) und die Gefäßkomponente der Rosazea. Bei der Rosazea handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Der Laser kann Rötungen und Äderchen verringern, die Erkrankung selbst wird dadurch jedoch nicht geheilt. Deshalb wird die Laserbehandlung häufig mit einer dermatologischen Therapie und dem Meiden persönlicher Auslöser kombiniert. Mehr dazu erfahren Sie unter Dermatologie. Auch Feuermale können nach Befund behandelt werden, wobei das Ansprechen individuell sehr unterschiedlich ist.
Blutschwämmchen
Kleine, rubinrote Gefäßknötchen, die im Laufe des Lebens an Rumpf und Armen auftreten, sind gutartige Blutschwämmchen (Hämangiome beziehungsweise Angiome). Sie sind medizinisch meist harmlos, werden aber oft als störend empfunden. Bei solchen oberflächlichen Gefäßveränderungen ist häufig schon nach der ersten Behandlung eine Veränderung sichtbar.
Besenreiser an den Beinen
Besenreiser sind feinste, erweiterte Venen in der Haut, die sich fächer- oder netzartig ausbreiten. Sie können für sich allein auftreten, aber auch ein Hinweis auf eine Schwäche tieferliegender Venen sein. Vor einer Laserbehandlung wird daher geklärt, ob eine weitergehende Untersuchung der Beinvenen sinnvoll ist. Ausgeprägte Krampfadern erfordern in der Regel andere Behandlungsverfahren. Bei Besenreisern sind je nach Ausprägung häufig zwei bis vier Behandlungen erforderlich.
Pigmentflecken und weitere Anwendungen
Der Dioden-Laser kann außerdem bei Pigmentveränderungen wie Altersflecken und anderen Hyperpigmentierungen eingesetzt werden. Voraussetzung ist eine vorherige dermatoskopische Untersuchung, denn jeder Pigmentfleck muss ärztlich als gutartig eingeschätzt sein, bevor er gelasert wird. Weitere Einsatzgebiete in der Praxis sind die Entfernung störender, gutartiger Hautveränderungen wie Fibrome, die Behandlung von Warzen, die Unterstützung der Wundheilung, die Aknebehandlung, die Behandlung von Nagelpilz (Onychomykose) sowie die Therapie von Lippenherpes und Aphthen. Bei diesen Anwendungen ist der Laser meist ein Baustein innerhalb eines umfassenderen dermatologischen Behandlungskonzepts.
Für wen der Dioden-Laser nicht geeignet ist
Bei folgenden Voraussetzungen wird von einer Behandlung abgeraten oder sie wird verschoben:
- frisch gebräunte Haut, kürzliche Sonnenbäder, Solarium oder Selbstbräuner
- Schwangerschaft
- akute Infektionen oder Entzündungen im Behandlungsareal, sofern diese nicht selbst Ziel der Behandlung sind
- die Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente
- unklare oder auffällige Pigmentmale
- eine Neigung zu wulstigen Narben (Keloiden)
Bei dunkleren Hauttypen ist das Risiko von Pigmentverschiebungen höher, die Parameter werden dann besonders vorsichtig gewählt. Gerinnungshemmende Medikamente sollten Sie bitte nicht eigenmächtig absetzen, sondern im Vorgespräch angeben.
Beratung und Diagnostik
Vor jeder Laserbehandlung untersucht Dr. med. Beata Obuch, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatochirurgie und Lasertherapie, die betroffene Haut. Mit dem Dermatoskop, einem Auflichtmikroskop, lassen sich Gefäßmuster und Pigmentstrukturen genauer beurteilen. Sie fragt nach Vorerkrankungen, Medikamenten und Auslösern, bei Rötungen im Gesicht etwa nach Hitze, Alkohol oder scharfen Speisen, bei Besenreisern nach Beschwerden der Beine. Danach erhalten Sie eine Einschätzung, ob der Dioden-Laser für Ihren Befund geeignet ist, wie viele Sitzungen voraussichtlich nötig sind und welche Reaktionen der Haut zu erwarten sind.
Vorbereitung auf die Behandlung
Damit das Laserlicht vor allem im Zielgewebe und nicht im Hautpigment wirkt, sollte die Haut zum Zeitpunkt der Behandlung möglichst wenig gebräunt sein. Meiden Sie deshalb in den Wochen davor intensive Sonne und Solarium und verwenden Sie keinen Selbstbräuner. Im Gesicht sollten Sie am Behandlungstag auf Make-up verzichten oder es vor Ort entfernen lassen. Teilen Sie bitte mit, welche Medikamente Sie einnehmen, insbesondere wenn diese die Lichtempfindlichkeit erhöhen oder die Blutgerinnung beeinflussen. Wenn Sie zu Lippenherpes neigen und im Gesicht behandelt werden, sprechen Sie dies bitte vorab an. Für Behandlungen an den Beinen ist bequeme Kleidung hilfreich, die nicht auf die behandelten Stellen drückt.
Ablauf der Behandlung mit dem Dioden-Laser
- Die Haut wird gereinigt und desinfiziert.
- Sie erhalten eine Schutzbrille, da Laserlicht die Augen schädigen kann.
- Die Haut wird gekühlt. Bei Bedarf wird zunächst ein Testimpuls gesetzt, um die Reaktion zu beurteilen.
- Die Laserimpulse werden gezielt entlang der Gefäße oder auf die zu behandelnde Veränderung gesetzt. Jeder Impuls ist sehr kurz.
- Abschließend wird die Haut erneut gekühlt.
Eine Sitzung mit dem Dioden-Laser dauert je nach Befund meist etwa 15 bis 30 Minuten.
Empfinden während der Behandlung
Ein Laserimpuls wird häufig als kurzer, heißer Stich empfunden, vergleichbar mit dem Schnippen eines Gummibandes. Die Kühlung vor, während und nach der Behandlung lindert dieses Gefühl deutlich. Eine Betäubung ist in den allermeisten Fällen nicht erforderlich.
Hautreaktion und Ausfallzeit
Unmittelbar nach der Behandlung ist die Haut meist gerötet und kann leicht anschwellen. Behandelte Äderchen werden teilweise sofort blasser, andere erscheinen vorübergehend dunkler, bevor der Körper sie abbaut. An den Beinen können kleine Krusten oder bläuliche Verfärbungen für einige Wochen sichtbar sein. Eine Ausfallzeit im engeren Sinn besteht in der Regel nicht, Sie können Ihrem Alltag direkt wieder nachgehen. Das abschließende Ergebnis einer Sitzung lässt sich meist nach etwa vier bis sechs Wochen beurteilen.
Nachsorge und Sonnenschutz
Kühlen Sie die behandelte Stelle bei Bedarf und verwenden Sie eine milde Pflege. In den ersten Tagen sollten Sie auf Sauna, sehr heißes Duschen, Sport mit starker Erhitzung und reizende Kosmetika verzichten. Krusten dürfen nicht abgekratzt werden. Der Sonnenschutz ist besonders wichtig: Meiden Sie in den Wochen nach der Behandlung direkte Sonne und verwenden Sie einen hohen Lichtschutzfaktor, um Pigmentverschiebungen vorzubeugen. Bei Rosazea gehört auch das Meiden persönlicher Auslöser zur Nachsorge.
Wie viele Sitzungen notwendig sind
Die Zahl der Sitzungen richtet sich nach Art, Größe und Zahl der Veränderungen. Bei oberflächlichen Gefäßen und Blutschwämmchen genügen häufig ein bis drei Sitzungen. Besenreiser benötigen je nach Ausprägung oft zwei bis vier Behandlungen. Zwischen den Sitzungen liegen in der Regel einige Wochen, damit der Körper die behandelten Gefäße abbauen kann. Wie deutlich sich ein Befund verändert, hängt von Hautbeschaffenheit, Lage des Gefäßes und Hauttyp ab. Wichtig zu wissen ist, dass die Veranlagung zu erweiterten Gefäßen bestehen bleibt. Neue Äderchen können sich daher im Laufe der Zeit bilden und gegebenenfalls erneut behandelt werden.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken beim Dioden-Laser
Die Behandlung wird in der Regel gut vertragen, ist aber wie jeder medizinische Eingriff nicht frei von Risiken. Möglich sind:
- Rötung, Schwellung und Wärmegefühl für Stunden bis wenige Tage
- kleine Krusten oder bläuliche Verfärbungen, vor allem an den Beinen
- selten Bläschen oder oberflächliche Verbrennungen
- vorübergehende dunklere oder hellere Hautstellen, insbesondere bei gebräunter oder dunklerer Haut
- sehr selten Narben
- an den Beinen die Bildung neuer, sehr feiner Äderchen im behandelten Bereich
Über diese Risiken werden Sie vor der Behandlung mit dem Dioden-Laser aufgeklärt.
Alternativen und Kombinationen
Je nach Befund können andere Verfahren sinnvoll sein oder den Dioden-Laser ergänzen. Bei Rosazea und Akne steht häufig zunächst eine dermatologische Behandlung im Vordergrund, Informationen dazu finden Sie unter Aknebehandlung. Bei Lichtschäden mit rauer Oberfläche und feinen Fältchen kommt eine Behandlung mit dem Frax CO2-Laser in Frage. Für Narben und eine unruhige Hautstruktur bietet die Praxis das Radiofrequenz-Microneedling an. Pigmentmale, die nicht eindeutig gutartig sind, werden nicht gelasert, sondern im Rahmen der Hautkrebsvorsorge weiter abgeklärt und bei Bedarf operativ entfernt.
Kosten
Die Dioden-Laser-Therapie wird als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach Befund, Größe des Areals und Zahl der Sitzungen. Einen individuellen Kostenvoranschlag erhalten Sie nach der Untersuchung. Ob bei einer medizinischen Indikation eine Erstattung durch Ihre private Krankenversicherung in Frage kommt, hängt von Ihrem Tarif ab und sollte vorab geklärt werden. Ästhetisch motivierte Behandlungen werden in der Regel nicht erstattet.
Dioden-Laser-Therapie nahe dem Hamburger Rathaus
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik liegt am Großen Burstah 44 in der Hamburger Innenstadt. Die U3-Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt erreichen Sie in wenigen Gehminuten, ebenso den Jungfernstieg mit den Linien U1, U2 und U4. Einen Termin zur Beratung über eine Dioden-Laser-Therapie in Hamburg können Sie über Doctolib buchen oder telefonisch unter 040 307 469 92 vereinbaren.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL)




