Was versteht man unter Unterspritzungen?
Bei einer Unterspritzung wird eine Substanz mit einer feinen Nadel oder einer stumpfen Kanüle in die Haut oder in das darunterliegende Gewebe eingebracht. Je nach Substanz kann das Ziel sein, Volumen zu ersetzen, Falten zu mildern, die Feuchtigkeit der Haut zu verbessern oder körpereigene Erneuerungsprozesse anzuregen. Entsprechend unterschiedlich sind Wirkungseintritt, Haltbarkeit und Nebenwirkungsprofil.
Welches Verfahren sinnvoll ist, ergibt sich nicht aus einer einzelnen Falte, sondern aus dem Gesamtbild: Hautqualität, Volumenverteilung, Knochenstruktur, Erschlaffung und Mimik. Deshalb steht vor jeder Unterspritzung eine sorgfältige Analyse.
Unterspritzungen in der Praxis im Überblick
Hyaluronfiller
Hyaluronfiller sind Gele aus vernetzter Hyaluronsäure. Sie werden eingesetzt, um Falten wie die Nasolabial- und Marionettenfalten zu mildern, Volumen an Wangen, Kinn, Schläfen oder Stirn zu ersetzen, Mundwinkel anzuheben und eingesunkene Ohrläppchen aufzubauen. Eine Veränderung ist in der Regel direkt nach der Behandlung erkennbar, beurteilen lässt sie sich nach Abklingen der Schwellung. Die Wirkung hält in der Regel etwa sechs bis zwölf Monate. Hyaluronfiller lassen sich bei Bedarf mit einem Enzym wieder abbauen. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite Hyaluronfiller.
Lippenunterspritzung
Auch die Lippenunterspritzung erfolgt mit Hyaluronsäure, allerdings mit weicheren Gelen, die sich der Beweglichkeit der Lippe anpassen. Es kann um Volumen, Kontur, Symmetrie oder feine Fältchen an der Oberlippe gehen. Bei der Planung werden die Proportionen des ganzen Gesichts berücksichtigt.
Skinbooster
Skinbooster enthalten unvernetzte oder nur leicht vernetzte Hyaluronsäure. Sie werden in vielen kleinen Depots flächig in die Haut eingebracht und sollen dort Feuchtigkeit binden. Ziel ist eine Verbesserung von Hautfeuchtigkeit, Elastizität und feinen Linien, nicht der Aufbau von Volumen. In der Regel wird eine Serie von mehreren Sitzungen geplant.
Mesotherapie
Bei der Mesotherapie wird eine Wirkstoffkombination mit unvernetzter Hyaluronsäure, je nach Ziel ergänzt um Vitamine, Antioxidantien, Aminosäuren oder Spurenelemente, über feine Injektionen in die Haut eingebracht. Sie kann im Gesicht, am Hals, am Dekolleté und an den Händen eingesetzt werden.
Polynukleotide
Polynukleotide sind hochgereinigte Bausteine aus Erbsubstanz, die in der Regel aus Fischen gewonnen werden. Sie sollen die Zellen des Bindegewebes in ihrer Funktion unterstützen und so die Regeneration der Haut fördern. Auch hier wird eine Serie von Sitzungen geplant.
PRP-Behandlung mit Eigenblutplasma
Bei der PRP-Behandlung wird aus einer kleinen Menge Ihres Blutes plättchenreiches Plasma gewonnen und in die Haut eingebracht. Die darin enthaltenen Wachstumsfaktoren sollen Erneuerungsprozesse anregen. Das Verfahren wird im Gesicht auch Vampirlifting genannt und kann ebenso an der Kopfhaut eingesetzt werden.
Biostimulatoren
Als Biostimulatoren werden in der ästhetischen Medizin Präparate bezeichnet, die das Gewebe anregen sollen, selbst neues Kollagen zu bilden. Dazu zählen allgemein Präparate auf Basis von Calciumhydroxylapatit oder Poly-L-Milchsäure. Ihre Wirkung entwickelt sich nicht sofort, sondern allmählich über Wochen bis Monate, und kann länger anhalten als die eines Hyaluronfillers. Anders als Hyaluronsäure lassen sich Biostimulatoren nicht mit einem Enzym auflösen. Deshalb sind eine genaue Indikationsstellung und eine zurückhaltende Dosierung besonders wichtig. Welches Präparat für Sie infrage kommt, wird im Gespräch besprochen.
Welche Unterspritzungen für welches Ziel?
Zur ersten Orientierung lassen sich die Unterspritzungen grob nach ihrem Hauptziel ordnen. Die Einteilung ersetzt keine Untersuchung, denn oft spielen mehrere Faktoren zusammen.
- Volumenverlust und statische Falten: Hyaluronfiller, gegebenenfalls Biostimulatoren
- Form und Kontur der Lippen: Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure
- Trockene, feinfaltige, fahle Haut: Skinbooster und Mesotherapie
- Dünne, regenerationsbedürftige Haut: Polynukleotide und PRP-Behandlung
- Nachlassende Festigkeit: Biostimulatoren, ergänzt durch apparative Verfahren oder ein Fadenlifting
Was Unterspritzungen leisten können und was nicht
Unterspritzungen können Falten mildern, verlorenes Volumen ersetzen, Konturen behutsam betonen und die Qualität der Haut unterstützen. Ziel ist ein Ergebnis, das zu Ihren Gesichtszügen passt und die natürliche Mimik erhält. Wie es ausfällt und wie lange es anhält, ist individuell unterschiedlich.
Die Grenzen sollten ebenso klar sein. Ein deutlicher Hautüberschuss, etwa am Oberlid, lässt sich durch Injektionen nicht beseitigen, hier ist eine Oberlidstraffung das passende Verfahren. Stark erschlafftes Gewebe lässt sich mit Volumen allein nicht anheben. Ausgeprägte mimische Falten, die vor allem bei Bewegung entstehen, sind für Filler nur eingeschränkt geeignet. Und mehr Volumen ist nicht automatisch besser: Ein Zuviel kann die Proportionen eines Gesichts ungünstig verändern.
Für wen Unterspritzungen infrage kommen
Unterspritzungen können für Erwachsene infrage kommen, die Falten mildern, Volumenverlust ausgleichen oder die Hautqualität verbessern möchten und dabei eine Behandlung ohne Operation bevorzugen. Voraussetzung ist ein gesunder Hautzustand im Behandlungsgebiet. Ebenso wichtig sind realistische Erwartungen und die Bereitschaft, eine Behandlung in Abständen aufzufrischen, da die meisten Verfahren nicht dauerhaft wirken.
Wann von Unterspritzungen abgeraten wird
- Schwangerschaft und Stillzeit
- akute Entzündungen, Infektionen oder Lippenherpes im Behandlungsgebiet
- bekannte Allergien gegen Bestandteile des Präparats, bei Polynukleotiden auch eine Fischallergie
- permanente, nicht abbaubare Filler im Behandlungsgebiet
- aktive Autoimmunerkrankungen, je nach Erkrankung und Behandlungsstand
- Störungen der Blutgerinnung
- eine Neigung zu wulstigen Narben, insbesondere vor Biostimulatoren
Blutverdünnende Medikamente erhöhen das Risiko für Blutergüsse. Ärztlich verordnete Blutverdünner setzen Sie bitte niemals eigenständig ab, sondern sprechen Sie dies im Vorgespräch an.
Analyse und Beratung vor Unterspritzungen
Im Beratungsgespräch analysiert Dr. Obuch Ihr Gesicht in Ruhe und in Bewegung. Beurteilt werden Hautqualität, Volumenverteilung, Proportionen, Symmetrie und der Grad der Erschlaffung. Sie fragt nach Vorerkrankungen, Allergien, Medikamenten und früheren Behandlungen, insbesondere nach bereits eingebrachten Fillern. Gemeinsam wird besprochen, welches Ziel im Vordergrund steht und welches Verfahren dazu passt. Häufig ergibt sich ein Plan aus mehreren Schritten, bei dem die Unterspritzungen über einen längeren Zeitraum verteilt werden. Die Aufklärung umfasst Ablauf, Risiken, Alternativen und Nachsorge.
Häufig ist ein schrittweises Vorgehen sinnvoll. Statt viele Bereiche in einem Termin zu behandeln, wird oft mit dem wichtigsten Anliegen begonnen und das Ergebnis nach Abklingen der Schwellung beurteilt. Danach lässt sich entscheiden, ob und wo ergänzt werden sollte. So bleibt die Behandlung gut steuerbar, und Sie können sich an Veränderungen gewöhnen.
Vorbereitung auf den Termin
Planen Sie eine Unterspritzung nicht unmittelbar vor wichtigen Anlässen, da Schwellungen und Blutergüsse einige Tage sichtbar sein können. Auf Alkohol sollten Sie am Vortag verzichten. Kommen Sie möglichst ungeschminkt in die Praxis. Wenn Sie zu Lippenherpes neigen, sprechen Sie dies vor einer Behandlung im Mundbereich bitte an.
Ablauf von Unterspritzungen
Der genaue Ablauf der Unterspritzungen hängt vom Verfahren ab, die Grundschritte sind jedoch ähnlich. Die Haut wird gereinigt und gründlich desinfiziert. Je nach Region und Präparat wird eine betäubende Creme aufgetragen, viele Filler enthalten zudem bereits ein örtliches Betäubungsmittel. Die Substanz wird mit einer feinen Nadel oder einer stumpfen Kanüle langsam und in kleinen Mengen eingebracht. Zum Abschluss wird die Haut gereinigt und bei Bedarf gekühlt. Eine Behandlung dauert je nach Verfahren und Umfang etwa 30 bis 90 Minuten. Danach können Sie die Praxis verlassen.
Ausfallzeit und Nachsorge
Nach einer Unterspritzung sind Rötungen, Schwellungen, kleine Quaddeln und Blutergüsse an den Einstichstellen möglich. Je nach Verfahren klingen sie innerhalb von Stunden bis einigen Tagen ab. Viele planen größere Unterspritzungen deshalb vor einem Wochenende.
- Verzichten Sie je nach Verfahren für einen bis mehrere Tage auf Sport, Sauna und Dampfbad.
- Massieren Sie die behandelten Bereiche nicht, sofern nicht ausdrücklich anders besprochen.
- Schützen Sie die Haut konsequent vor Sonne.
- Nehmen Sie den vereinbarten Kontrolltermin wahr, damit das Ergebnis beurteilt werden kann.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Häufig und meist vorübergehend sind Rötungen, Schwellungen, Druckempfindlichkeit und Blutergüsse. Seltener kommen Unebenheiten, Knötchen, Asymmetrien, Infektionen, verzögerte entzündliche Reaktionen oder die Reaktivierung eines Lippenherpes vor. Bei Biostimulatoren können sich Knötchen auch noch Wochen nach der Behandlung bilden.
Selten, aber wichtig ist der Verschluss eines Blutgefäßes durch eine injizierte Substanz, der zu einer Durchblutungsstörung der Haut und in sehr seltenen Fällen zu Sehstörungen führen kann. Starke oder zunehmende Schmerzen, eine weißliche oder bläulich-fleckige Verfärbung der Haut sowie Sehstörungen sind Warnzeichen. Melden Sie sich in diesem Fall bitte umgehend in der Praxis.
Kombination von Unterspritzungen mit apparativen Verfahren
Unterspritzungen lassen sich gut mit apparativen Verfahren kombinieren. Thermage® FLX und das Radiofrequenz-Microneedling arbeiten mit Radiofrequenzenergie und zielen auf die Festigkeit der Haut. Das Microneedling und der Frax CO2-Laser setzen an der Hautstruktur an, etwa bei Narben, Poren oder feinen Linien. Bei beginnender Erschlaffung kann ein Fadenlifting mit resorbierbaren Fäden besprochen werden. Reihenfolge und Abstände der Behandlungen werden individuell festgelegt.
Kosten
Unterspritzungen aus ästhetischen Gründen sind Privatleistungen und werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach Verfahren, Präparat, Menge, Behandlungsregion und Anzahl der Sitzungen. Nach der Beratung erhalten Sie eine individuelle Kostenaufstellung. Eine Erstattung durch Krankenversicherungen ist bei ästhetischen Behandlungen in der Regel nicht vorgesehen.
Unterspritzungen in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik liegt am Großen Burstah 44 in 20457 Hamburg, zwischen Rathaus und Rödingsmarkt. Mit der U3 erreichen Sie die Praxis über beide Haltestellen in wenigen Gehminuten, ebenso über den Jungfernstieg und die S-Bahn-Station Stadthausbrücke. Einen Beratungstermin vereinbaren Sie über Doctolib oder telefonisch unter 040 307 469 92. Weitere Behandlungen für das Gesicht finden Sie auf der Seite Gesicht.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)



