Was ist eine Oberlidstraffung?
Mit den Jahren verliert die Haut an Elastizität, das Bindegewebe gibt nach, und am Oberlid sammelt sich häufig überschüssige Haut. Mediziner sprechen von einer Dermatochalasis. Die Haut legt sich dann über die Lidfalte und kann bis an die Wimpern reichen. Bei manchen Menschen ist diese Neigung zu sogenannten Schlupflidern auch anlagebedingt und zeigt sich bereits in jüngeren Jahren. Zusätzlich kann sich Fettgewebe aus der Augenhöhle nach vorn wölben, vor allem im inneren Lidwinkel.
Die Oberlidstraffung, in der Fachsprache Blepharoplastik, ist ein operativer Eingriff, bei dem dieser Hautüberschuss gezielt entfernt wird. Je nach Befund werden zusätzlich ein schmaler Streifen des darunterliegenden Ringmuskels und vorgewölbtes Fettgewebe behutsam reduziert. Der Schnitt wird so geplant, dass er in der natürlichen Umschlagfalte des Oberlids liegt.
Was eine Oberlidstraffung leisten kann und wo ihre Grenzen liegen
Eine Oberlidstraffung zielt darauf ab, den Hautüberschuss am Oberlid zu verringern, die Lidfalte wieder freizulegen und das Gewicht der Haut auf dem Lid zu reduzieren. Liegt die Haut auf den Wimpern auf oder engt sie das Blickfeld nach oben und zur Seite ein, kann der Eingriff auch eine funktionelle Entlastung bewirken. Wie sich das individuelle Ergebnis entwickelt, hängt von der Hautbeschaffenheit, der Anatomie und dem Heilungsverlauf ab und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Ebenso wichtig ist es, die Grenzen zu kennen. Eine Oberlidstraffung verändert nicht die Position der Augenbrauen. Ist die Brauenpartie selbst abgesunken, reicht eine Korrektur am Lid allein häufig nicht aus. Auch eine echte Lidheberschwäche, die sogenannte Ptosis, bei der der Lidrand selbst zu tief steht, wird mit einer reinen Hautstraffung nicht behoben. Sie bedarf einer augenärztlichen Abklärung. Tränensäcke, Schatten unter den Augen und feine Fältchen an den äußeren Augenwinkeln werden durch den Eingriff am Oberlid ebenfalls nicht behandelt.
Für wen eine Oberlidstraffung infrage kommt
Ob eine Oberlidstraffung sinnvoll ist, entscheidet sich nach einer persönlichen Untersuchung. Typische Gründe für eine Beratung sind:
- überschüssige Haut, die sich über die Lidfalte legt oder bis zu den Wimpern reicht
- ein Schweregefühl der Lider, etwa bei längerer Bildschirmarbeit oder am Abend
- eine Einschränkung des Gesichtsfelds nach oben oder zur Seite durch die Lidhaut
- Fettvorwölbungen am Oberlid, insbesondere im inneren Lidwinkel
- anlagebedingte Schlupflider bei sonst gesunden Augen
Wann von einer Oberlidstraffung abgeraten wird
Es gibt Situationen, in denen eine Oberlidstraffung nicht oder erst später durchgeführt werden sollte. Dazu gehören akute Entzündungen am Auge oder am Lidrand, ein ausgeprägtes trockenes Auge, eine nicht eingestellte Schilddrüsenerkrankung mit Beteiligung der Augen sowie eine nicht abgeklärte Störung der Blutgerinnung. Auch schwere, nicht stabil behandelte Allgemeinerkrankungen, eine Schwangerschaft oder eine bekannte Neigung zu wulstigen Narben sprechen gegen einen geplanten Eingriff oder erfordern eine besonders sorgfältige Abwägung. Steht eine Lidheberschwäche im Vordergrund, ist eine augenärztliche oder lidchirurgische Behandlung der passendere Weg.
Beratung, Untersuchung und Aufklärung
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch in der Praxis. Dr. Obuch erfragt Ihre Vorgeschichte, bekannte Augenerkrankungen, frühere Operationen im Gesichtsbereich und Ihre aktuellen Medikamente. Besonders wichtig sind blutverdünnende Mittel. Ärztlich verordnete Medikamente dieser Art setzen Sie bitte niemals eigenständig ab. Ob und wie sie vor der Oberlidstraffung angepasst werden können, wird mit Ihnen und gegebenenfalls mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt abgestimmt.
Bei der Untersuchung werden Hautüberschuss, Fettvorwölbungen, Brauenposition, Lidstellung, Lidschluss und die Symmetrie beider Seiten beurteilt. Auf dieser Grundlage erklärt Dr. Obuch, welche Veränderung realistisch ist und welche nicht. Im Aufklärungsgespräch geht es um den Ablauf, mögliche Risiken, Alternativen und die Nachsorge. Sie erhalten die Informationen auch schriftlich und haben ausreichend Bedenkzeit, bevor Sie sich entscheiden. Steht eine Einschränkung des Gesichtsfelds im Raum, ist zusätzlich eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll.
Die Oberlidstraffung Schritt für Schritt
Vorbereitung und Anzeichnen
Am Tag des Eingriffs wird die zu entfernende Haut im Sitzen angezeichnet, weil sich die Lidhaut im Liegen anders verteilt. Die untere Schnittlinie folgt der natürlichen Lidfalte. Die Menge der zu entfernenden Haut wird für jede Seite einzeln bestimmt, denn auch gesunde Lider sind selten ganz gleich.
Örtliche Betäubung
Die Oberlidstraffung wird in der Praxis ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt, ergänzt durch einen leichten Dämmerschlaf. Das Betäubungsmittel wird mit einer sehr feinen Nadel in die Lidhaut eingebracht. Das kann kurz brennen. Danach spüren Sie in der Regel Berührung und Druck, aber keinen scharfen Schmerz. Ob der Dämmerschlaf für Sie infrage kommt, wird im Aufklärungsgespräch besprochen.
Schnitt in der natürlichen Lidfalte
Entlang der Markierung wird der Hautüberschuss entfernt. Wo nötig, wird ein schmaler Streifen des Ringmuskels gekürzt und vorgewölbtes Fettgewebe vorsichtig reduziert. Dabei wird darauf geachtet, nicht zu viel Gewebe zu entfernen, damit der Lidschluss erhalten bleibt und das Lid nicht ausgehöhlt wirkt. Kleine Blutungen werden sorgfältig gestillt.
Naht und Wundversorgung
Die Wunde wird mit feinen Fäden verschlossen und mit schmalen Pflasterstreifen geschützt. Weil die Narbe in der Lidfalte liegt, wird sie bei geöffnetem Auge häufig von dieser Falte überdeckt. Wie unauffällig eine Narbe ausheilt, ist jedoch individuell unterschiedlich und hängt auch von Hauttyp und Nachsorge ab.
Erholung in der Praxis
Nach dem Eingriff ruhen Sie sich in der Praxis aus, die Lider werden gekühlt. In der Regel können Sie die Praxis nach zwei bis drei Stunden verlassen. Wegen des Dämmerschlafs und der Schwellung dürfen Sie an diesem Tag nicht selbst Auto fahren. Planen Sie bitte eine Begleitperson für den Heimweg ein.
Heilungsverlauf und Fädenentfernung
In den ersten Tagen sind Schwellungen und Blutergüsse an den Lidern üblich. Sie nehmen häufig am zweiten oder dritten Tag noch etwas zu und klingen danach allmählich ab. Ein Spannungsgefühl, leicht tränende oder trockene Augen und ein vorübergehend nicht ganz vollständiger Lidschluss in den ersten Tagen sind ebenfalls möglich. Stärkere Schmerzen sind eher ungewöhnlich und sollten Anlass sein, sich in der Praxis zu melden.
Nach etwa sieben Tagen werden die Fäden in der Praxis entfernt. Danach ist die Narbe zunächst noch gerötet und fester als die umgebende Haut. Im Verlauf von drei bis sechs Monaten wird sie in der Regel weicher und blasser. Zur Verlaufskontrolle sind eine Narbenkontrolle nach etwa vier Wochen und eine abschließende Kontrolle nach etwa drei Monaten vorgesehen.
Verhalten nach der Oberlidstraffung
- Kühlen Sie die Lider in den ersten etwa zwei Tagen regelmäßig mit sauberen, kühlen Kompressen, ohne Eis direkt auf die Haut zu legen.
- Schlafen Sie in dieser Zeit mit leicht erhöhtem Oberkörper.
- Verzichten Sie für etwa zwei Wochen auf Sport, Sauna und körperlich anstrengende Tätigkeiten.
- Reiben Sie nicht an den Augen und tragen Sie bis zur Freigabe kein Augen-Make-up.
- Kontaktlinsen sollten Sie erst nach Rücksprache wieder einsetzen.
- Schützen Sie die Narben in den ersten drei Monaten konsequent mit Sonnenschutz LSF 50.
- Bei trockenen Augen können befeuchtende Augentropfen hilfreich sein. Fragen Sie dazu in der Praxis nach.
- Verzichten Sie möglichst auf Nikotin, da es die Wundheilung beeinträchtigen kann.
Ausfallzeit
Als gesellschaftliche Ausfallzeit nach einer Oberlidstraffung sollten Sie etwa eine bis eineinhalb Wochen einplanen. Mit frischen Fäden, Pflasterstreifen und geschwollenen Lidern möchten die meisten Menschen in dieser Zeit keine beruflichen oder privaten Termine wahrnehmen. Nach der Fädenentfernung lassen sich verbleibende Verfärbungen häufig mit Make-up abdecken, sobald die Wunde verschlossen ist. Ob und wann Sie Bildschirmarbeit wieder aufnehmen, hängt davon ab, wie trocken sich Ihre Augen anfühlen.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken der Oberlidstraffung
Wie jede Operation ist auch die Oberlidstraffung mit Risiken verbunden. Häufig und in der Regel vorübergehend sind:
- Schwellungen, Blutergüsse und ein Spannungsgefühl
- trockene oder tränende Augen und ein in den ersten Tagen unvollständiger Lidschluss
- Empfindungsstörungen der Lidhaut, die sich meist über Wochen zurückbilden
Seltener kommen Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, verdickte oder gerötete Narben, kleine Talgzysten im Nahtverlauf oder Unterschiede zwischen beiden Seiten vor. Wird zu wenig Haut entfernt, kann eine Nachkorrektur nötig werden. Wird zu viel entfernt, kann der Lidschluss dauerhaft beeinträchtigt sein. Sehr selten ist eine Blutung hinter dem Auge, die das Sehvermögen gefährden kann. Zunehmende Schmerzen, eine rasch wachsende, pralle Schwellung oder eine Verschlechterung des Sehens nach der Oberlidstraffung sind deshalb Warnzeichen, bei denen Sie sich umgehend melden sollten. Allergische Reaktionen auf das Betäubungsmittel oder auf Pflaster sind ebenfalls möglich, aber selten.
Kosten der Oberlidstraffung und Kostenübernahme bei eingeschränktem Gesichtsfeld
Die Oberlidstraffung ist in der Privatpraxis eine Privatleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Höhe richtet sich nach dem Befund und dem Umfang des Eingriffs. Sie erhalten nach dem Beratungsgespräch eine individuelle Kostenaufstellung. Bei einem rein ästhetisch begründeten Eingriff fällt in der Regel zusätzlich Umsatzsteuer an.
Engt die Lidhaut das Gesichtsfeld nachweislich ein, kann eine medizinische Indikation bestehen. Als Nachweis dient häufig eine augenärztliche Gesichtsfelduntersuchung. Ob eine private Krankenversicherung oder die Beihilfe die Kosten ganz oder teilweise übernimmt, hängt vom Einzelfall und vom jeweiligen Tarif ab. Klären Sie die Kostenübernahme deshalb vor der Oberlidstraffung schriftlich mit Ihrem Versicherer.
Alternativen und Kombinationen
Ein deutlicher Hautüberschuss am Oberlid lässt sich ohne Operation nicht vergleichbar entfernen. Ist die Erschlaffung der Haut rund um die Augen noch gering, können apparative Verfahren eine Überlegung wert sein. In der Praxis stehen dafür unter anderem Thermage® FLX und das Radiofrequenz-Microneedling zur Verfügung, die mit Radiofrequenzenergie arbeiten und Umbauprozesse in der Haut anregen sollen. Für feine Linien und eine unruhige Hautstruktur kann der Frax CO2-Laser eingesetzt werden.
Solche Verfahren ersetzen keine Oberlidstraffung, können aber nach abgeschlossener Wundheilung ergänzend besprochen werden, etwa wenn neben dem Lid auch die Hautqualität im Gesicht ein Thema ist. Ob zusätzlich das Unterlid behandelt werden sollte, wird gesondert beurteilt. Einen Überblick über weitere Behandlungen finden Sie auf der Seite Gesicht. Auch auffällige Hautveränderungen im Lidbereich klärt Dr. Obuch im Rahmen der dermatologischen Sprechstunde ab.
Ihre Praxis für Dermatochirurgie in der Hamburger Innenstadt
Die Privatpraxis Derma & Ästhetik liegt am Großen Burstah 44 in 20457 Hamburg, zwischen Rathaus und Rödingsmarkt. Mit der U3 erreichen Sie die Praxis über die Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt, vom Jungfernstieg und von der S-Bahn-Station Stadthausbrücke sind es wenige Gehminuten. Für den Tag des Eingriffs empfiehlt es sich dennoch, abgeholt zu werden.
Einen Termin zur Beratung über eine Oberlidstraffung in Hamburg vereinbaren Sie online über Doctolib oder telefonisch unter 040 307 469 92. Für organisatorische Fragen rund um Ihren Termin steht Ihnen Praxismanagerin Marina Bohdan zur Verfügung. Weitere Informationen zur Anfahrt finden Sie auf der Seite Kontakt.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)




