Das Wichtigste in Kürze
- Rosazea ist eine chronische, schubweise verlaufende Hauterkrankung des Gesichts. Typisch sind Rötungen, sichtbare Äderchen und manchmal entzündete Knötchen oder Pusteln.
- Es gibt verschiedene Formen. Sie können einzeln oder kombiniert auftreten und brauchen unterschiedliche Behandlungen.
- Auslöser sind individuell verschieden. Häufig genannt werden Sonne, Hitze, Alkohol, scharfe Speisen und Stress.
- Bei Rosazea sind milde, parfümfreie Pflege und täglicher Sonnenschutz die Grundlage. Bei anhaltenden Beschwerden helfen verschreibungspflichtige Präparate, die nach einer Untersuchung verordnet werden.
- Der Diodenlaser kann Rötungen und sichtbare Äderchen verringern. Die Erkrankung selbst beseitigt er nicht.
Was ist Rosazea?
Rosazea, auch Rosacea geschrieben, ist eine häufige, chronisch-entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut. Sie betrifft vor allem Wangen, Nase, Stirn und Kinn und beginnt meist im mittleren Erwachsenenalter. Bei hellen Hauttypen wird sie häufiger beobachtet und häufiger erkannt, sie kann aber bei allen Hauttypen auftreten. Der Verlauf ist schubweise: Phasen mit stärkeren Beschwerden wechseln sich mit ruhigeren Zeiten ab.
Wichtig für Betroffene: Rosazea ist nicht ansteckend, und sie hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie ist auch keine Form der Akne, wird aber oft mit ihr verwechselt. Weil die Veränderungen im Gesicht sitzen und oft mit Scham verbunden sind, ziehen sich manche Menschen zurück oder versuchen, die Haut mit immer neuen Produkten zu beruhigen. Das verschlimmert die Beschwerden häufig. Eine fachärztliche Einordnung hilft, den richtigen Weg zu finden.
Woran Sie Rosazea erkennen: die Formen
In der Medizin werden mehrere Erscheinungsformen unterschieden. Bei vielen Menschen überlappen sie sich, und im Lauf der Jahre kann sich das Bild verändern.
Rosazea mit Rötung und sichtbaren Äderchen
Das ist die häufigste Form. Typisch sind kurze Hitzewallungen im Gesicht, die in eine anhaltende Rötung übergehen können, sowie feine, erweiterte Äderchen, in der Fachsprache Teleangiektasien. Die Haut ist oft empfindlich, spannt, brennt oder sticht bei Pflegeprodukten, Wind oder Wärme. Treten die roten Äderchen ohne Entzündung auf, spricht man von Couperose, die als Hautzeichen auch vor einer Rosazea auftreten kann.
Rosazea mit Knötchen und Pusteln
Hier kommen gerötete Knötchen und Eiterpickel hinzu, meist in der Mitte des Gesichts. Anders als bei der Akne fehlen Mitesser. Diese Form wird gelegentlich mit Akne oder einer Entzündung rund um den Mund verwechselt. Wenn Sie den Unterschied nachlesen möchten, finden Sie Hinweise auf unserer Seite zur Aknebehandlung.
Rosazea mit Hautverdickung
Seltener entwickelt sich im Lauf vieler Jahre eine Verdickung der Haut mit unebener Oberfläche und deutlich vergrößerten Poren, am häufigsten an der Nase. Man nennt das Rhinophym. Es betrifft überwiegend Männer, entsteht langsam und braucht eine ärztliche Behandlung, die über Pflege hinausgeht.
Rosazea am Auge
Auch die Augen können beteiligt sein. Dann sind sie trocken, gerötet oder brennen, es fühlt sich an, als läge ein Fremdkörper im Auge, oder die Lidränder sind entzündet. Beschwerden am Auge sollten zusätzlich augenärztlich abgeklärt werden.
Ähnlich aussehen wie eine Rosazea können auch ein seborrhoisches Ekzem, eine Kontaktallergie, eine Entzündung um den Mund oder seltene Erkrankungen. Die Diagnose wird deshalb nicht anhand eines Fotos gestellt, sondern nach einem Gespräch und der Untersuchung der Haut. Meist genügt das, weitere Untersuchungen sind nur in Ausnahmefällen nötig.
Ursachen und Auslöser
Die genauen Ursachen der Rosazea sind noch nicht vollständig geklärt. Nach heutigem Verständnis wirken mehrere Faktoren zusammen: eine erbliche Veranlagung, eine übermäßige Reaktion der feinen Hautgefäße, eine gestörte Hautbarriere und eine Überreaktion des Immunsystems. Auch Hautmilben, die zur normalen Besiedlung der Haut gehören, werden bei Rosazea diskutiert, weil sie bei Betroffenen oft vermehrt vorkommen.
Sicher ist, dass bestimmte Reize die Haut in einen Schub treiben können. Häufig genannt werden:
- Sonnenlicht und starke UV-Strahlung
- Hitze, zum Beispiel durch Sauna, sehr heiße Duschen oder trockene Heizungsluft
- Kälte und Wind
- Alkohol, besonders Rotwein
- heiße Getränke und scharf gewürzte Speisen
- Stress, Aufregung und körperliche Anstrengung
- Reinigungsprodukte und Kosmetika mit Alkohol, Duftstoffen oder Peeling-Effekt
- kortisonhaltige Salben im Gesicht, die eine Rosazea verschlechtern oder auslösen können
Nicht jeder Auslöser betrifft jeden Menschen. Hilfreich ist ein einfaches Tagebuch: Notieren Sie einige Wochen lang, was Sie gegessen und getrunken haben, wie das Wetter war und wann die Haut besonders gerötet war. Nach kurzer Zeit zeigen sich oft Muster, die Sie gezielt meiden können, ohne Ihren Alltag stark einzuschränken. Pauschale Verbote sind nicht nötig.
Hautpflege bei Rosazea
Die Pflege soll die Haut beruhigen und die Hautbarriere stützen. Weniger ist dabei meistens mehr. Bewährt haben sich diese Grundsätze:
- Reinigen Sie das Gesicht mit lauwarmem Wasser und einem milden, seifenfreien Reinigungsprodukt. Tupfen Sie die Haut trocken, statt zu reiben.
- Verzichten Sie auf Peelings, Bürsten, Reinigungstücher mit Reibeffekt und alkoholhaltige Gesichtswässer.
- Verwenden Sie eine parfümfreie, einfach zusammengesetzte Feuchtigkeitspflege, die zu Ihrem Hauttyp passt.
- Tragen Sie jeden Tag Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor auf. Mineralische Filter werden von empfindlicher Haut oft besser vertragen als chemische.
- Führen Sie neue Produkte einzeln ein und testen Sie sie zuerst an einer kleinen Stelle.
- Schminken ist erlaubt. Mild getönte oder grünliche Abdeckprodukte gleichen Rötungen aus und sollten abends sanft entfernt werden.
Achten Sie beim Kauf auf kurze Inhaltsstofflisten. Naturprodukte sind nicht automatisch milder: ätherische Öle, Pflanzenextrakte und Duftstoffe pflanzlicher Herkunft können die Haut ebenso reizen wie synthetische. Stellen Sie die Pflege nicht ständig um. Eine Haut, die jede Woche ein neues Produkt erhält, kommt nicht zur Ruhe, und im Nachhinein lässt sich kaum sagen, was ihr gutgetan oder geschadet hat.
Eine gute Pflege behandelt die Rosazea nicht, sie vermeidet aber unnötige Reize. Wenn die Haut trotz konsequenter Pflege über Wochen gerötet bleibt oder Pusteln auftreten, ist ein Termin beim Hautarzt sinnvoll.
Rosazea im Alltag: Was Sie selbst beeinflussen können
Neben Pflege und Auslösern gibt es einige Gewohnheiten, die vielen Menschen mit Rosazea helfen. Schützen Sie Ihr Gesicht im Sommer mit einem breitkrempigen Hut und halten Sie sich in der Mittagszeit im Schatten auf. Im Winter schützt ein Schal vor Kälte und Wind. Bevorzugen Sie lauwarme statt heißer Duschen und lüften Sie Räume, in denen es sehr warm ist. Beim Sport kann ein kühles Tuch helfen, das Gesicht nicht zu stark zu erhitzen, und es spricht nichts gegen Bewegung, solange Sie Überhitzung vermeiden.
Auch Stress gilt als häufiger Auslöser. Das Gefühl, im Gesicht gerötet zu sein, kann einen Kreislauf in Gang setzen: Die Sorge verstärkt die Rötung, und diese verstärkt wiederum die Sorge. Entspannungsverfahren, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf wirken sich auf viele Hauterkrankungen günstig aus. Sie ersetzen die Behandlung nicht, sie unterstützen sie.
Medizinische Behandlung der Rosazea
Die Behandlung richtet sich nach der Form und nach dem Schweregrad. Dr. med. Beata Obuch, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, beurteilt zunächst die Haut und bespricht mit Ihnen, welche Beschwerden im Vordergrund stehen. Daraus ergibt sich ein Plan, der meist mehrere Bausteine umfasst.
Die Untersuchung beginnt mit einem Gespräch: Seit wann treten die Rötungen auf, in welchen Situationen werden sie stärker, welche Pflegeprodukte und Medikamente verwenden Sie, und sind die Augen beteiligt? Danach betrachtet die Ärztin die Haut, gegebenenfalls mit dem Dermatoskop, mit dem sich Gefäßmuster und kleine Entzündungsherde genauer beurteilen lassen. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob zunächst Pflege und Auslöser im Mittelpunkt stehen oder ob eine medikamentöse Behandlung nötig ist.
- Äußerliche Behandlung: Bei entzündlichen Knötchen und Pusteln kommen verschreibungspflichtige Präparate zum Auftragen auf die Haut infrage, die Entzündung und Hautbesiedlung beeinflussen. Gegen Rötung gibt es äußerlich anwendbare Mittel, die die Gefäße vorübergehend verengen. Ihre Wirkung hält nur einige Stunden an.
- Innerliche Behandlung: Bei ausgeprägten oder hartnäckigen Verläufen können verschreibungspflichtige Medikamente zum Einnehmen mit entzündungshemmender Wirkung für eine begrenzte Zeit sinnvoll sein. Sie werden nur nach ärztlicher Untersuchung verordnet. Über Nebenwirkungen und Kontrollen werden Sie aufgeklärt.
- Behandlung der Augen: Bei Augenbeteiligung ist die Zusammenarbeit mit der Augenärztin oder dem Augenarzt wichtig.
- Verfahren für Gefäße und Verdickungen: Für sichtbare Äderchen und anhaltende Rötungen kommt ein Laser infrage, bei Verdickungen der Haut werden ärztliche Verfahren gewählt, über die im Einzelfall beraten wird.
Die Wirkung von Medikamenten zeigt sich nicht über Nacht. In der Regel vergehen mehrere Wochen, bis sich das Hautbild merklich verändert. Danach wird die Behandlung häufig angepasst oder als Erhaltungstherapie fortgeführt, da Rosazea chronisch verläuft. Behandeln Sie sich nicht selbst mit Salben aus dem Haushalt, vor allem nicht mit kortisonhaltigen Präparaten. Sie lindern die Rötung zunächst, können die Erkrankung aber verschlechtern.
Laserbehandlung bei Rötungen und Äderchen
Viele Menschen mit Rosazea stört vor allem die Rötung und die sichtbare Äderchenzeichnung. Hierfür setzen wir den Diodenlaser dios:blue ein, den Sie auch auf unserer Seite zur Diodenlaser-Therapie beschrieben finden.
Wie der Laser auf erweiterte Gefäße wirkt
Das Laserlicht durchdringt die oberen Hautschichten und wird bevorzugt vom roten Blutfarbstoff in den erweiterten Äderchen aufgenommen. Dort wird es in Wärme umgewandelt. Das Blut im Gefäß gerinnt, das Gefäß verschließt sich, und der Körper baut es in den folgenden Wochen ab. Die kurze Impulsdauer und die Kühlung der Haut vor, während und nach der Behandlung schonen das umliegende Gewebe.
Was der Laser kann und was nicht
Der Diodenlaser kann sichtbare Äderchen und flächige Rötungen verringern. Auf die entzündlichen Anteile der Rosazea, also Knötchen und Pusteln, wirkt er nicht. Deshalb wird die Laserbehandlung häufig mit einer ärztlichen Therapie und dem Meiden persönlicher Auslöser kombiniert. Die Veranlagung zu erweiterten Gefäßen bleibt erhalten. Mit der Zeit können sich neue Äderchen bilden, die sich bei Bedarf erneut behandeln lassen. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht zusagen.
So läuft die Behandlung ab
Vor dem Laser untersucht Dr. Obuch Ihre Haut und bespricht Vorerkrankungen, Medikamente und persönliche Auslöser. Am Behandlungstag wird die Haut gereinigt und desinfiziert, Sie erhalten eine Schutzbrille, und die Haut wird gekühlt. Die Impulse werden gezielt entlang der Gefäße gesetzt und meist als kurzer, heißer Stich empfunden. Eine Betäubung ist in den allermeisten Fällen nicht erforderlich. Eine Sitzung dauert je nach Befund etwa 15 bis 30 Minuten. Nach der Behandlung ist die Haut meist gerötet und kann leicht anschwellen. Selten kommt es zu kleinen Krusten oder vorübergehenden Pigmentveränderungen.
In den ersten Tagen nach der Behandlung schützen Sie die Haut vor Sonne und starker Hitze, verzichten auf Sauna und Peelings und pflegen sanft ohne Reiben. Die Rötung klingt meist innerhalb einiger Stunden bis Tage ab. Sie können in der Regel unmittelbar nach der Sitzung wieder Ihrem Alltag nachgehen.
Je nach Befund sind ein bis drei Sitzungen üblich. Das endgültige Ergebnis einer Sitzung beurteilen wir nach etwa vier bis sechs Wochen. Die Kosten richten sich nach dem Befund. Aktuelle Preise finden Sie auf der Behandlungsseite. Laserbehandlungen von Rötungen und Äderchen werden von den gesetzlichen Krankenkassen häufig nicht übernommen. Private Versicherungen entscheiden im Einzelfall, maßgeblich ist Ihr Tarif.
Vorbereitung und Gegenanzeigen
Damit das Licht vor allem im Gefäß und nicht im Hautpigment wirkt, sollte die Haut zum Zeitpunkt der Behandlung nicht gebräunt sein. Meiden Sie deshalb in den Wochen davor intensive Sonne, Solarium und Selbstbräuner, und kommen Sie ohne Make-up. Nicht geeignet oder nur nach Abwägung geeignet ist die Behandlung bei frisch gebräunter Haut, in der Schwangerschaft, bei akuten Hautinfektionen im Behandlungsgebiet und bei der Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente. Bitte nennen Sie alle Medikamente, besonders solche, die die Blutgerinnung beeinflussen.
Rosazea: Wann sollten Sie zum Hautarzt?
Sie sollten sich untersuchen lassen, wenn eine Rötung im Gesicht länger als einige Wochen anhält, wenn Pickel ohne Mitesser auftreten, wenn Ihre Haut auf Pflegeprodukte brennt oder sticht, wenn die Augen betroffen sind oder wenn sich die Haut verdickt. Auch wenn Sie bereits mehrere frei verkäufliche Produkte ausprobiert haben und die Haut unruhiger geworden ist, lohnt sich der Termin. Eine frühe Einordnung vermeidet Umwege. Ob ein Befund auf Rosazea, Akne oder eine andere Hauterkrankung zurückgeht, entscheidet am Ende die Untersuchung.
Einen Überblick über die dermatologischen Leistungen der Praxis finden Sie unter Dermatologie.
Termin vereinbaren
Wenn Sie wissen möchten, ob hinter Ihren Rötungen eine Rosazea steckt und welche Behandlung für Sie infrage kommt, können Sie einen Termin in unserer Praxis am Großen Burstah in der Hamburger Innenstadt vereinbaren. Sie erreichen uns mit der U3 über die Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt. Buchen Sie bequem online über Doctolib oder rufen Sie uns unter 040 307 469 92 an. Fragen können Sie uns auch vorab stellen. Mehr zur Praxis lesen Sie auf der Seite Die Praxis.
Weiterführende Informationen: gesund.bund.de, das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums: Rosazea, Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)