Thermage FLX: Das Wichtigste in Kürze
- Thermage FLX nutzt monopolare Radiofrequenz, die tiefe Hautschichten erwärmt, während die Oberfläche gekühlt wird.
- Bei Thermage FLX zieht die Wärme Kollagenfasern zusammen und regt die Haut an, über Monate neues Kollagen zu bilden.
- Thermage FLX ist vor allem bei leichter bis mittlerer Erschlaffung geeignet, nicht bei ausgeprägtem Hautüberschuss.
- Die Behandlung erfolgt ohne Schnitt, ohne Injektion und in der Regel in einer Sitzung. Die Dauer richtet sich nach dem Areal.
- Der Effekt entwickelt sich allmählich, nach etwa vier bis sechs Monaten gilt der Verlauf als abgeschlossen.
- Thermage, Fadenlifting, Radiofrequenz-Microneedling und Operation sind keine Konkurrenten, sondern Werkzeuge für unterschiedliche Befunde.
Was ist Thermage FLX?
Thermage FLX ist ein Verfahren zur nichtoperativen Hautstraffung. Es arbeitet mit monopolarer Radiofrequenzenergie, also mit hochfrequenten elektromagnetischen Wellen, die im Gewebe Wärme erzeugen. Das Gerät wird von außen über die Haut geführt. Es sind weder Nadeln noch Schnitte nötig, und es werden keine körperfremden Substanzen eingebracht. Das Verfahren kommt im Gesicht und an Hals und Kinnlinie zum Einsatz, aber auch an Körperregionen wie Oberarmen, Bauch, Po oder Oberschenkeln, wo die Haut mit den Jahren an Spannkraft verliert.
In unserer Hamburger Praxis ist Thermage FLX Teil der Laser- und Hautstraffungsverfahren, neben Radiofrequenz-Microneedling und Fadenlifting. Die Methode ist in der ästhetischen Dermatologie kein Selbstzweck. Sie ist eine Option für Menschen, die eine Verbesserung der Hautfestigkeit wünschen und dafür keine Operation wollen oder brauchen.
So wirken Radiofrequenz und Kollagen
Um zu verstehen, was Thermage FLX leisten kann, lohnt ein Blick auf den Aufbau der Haut. Die Oberhaut schützt, die darunterliegende Lederhaut (Dermis) trägt die Struktur. Sie setzt sich zu einem großen Teil aus Kollagen zusammen, ergänzt durch Elastin. Beides sind Eiweiße, die der Haut Festigkeit und Rückstellkraft geben. Mit den Jahren produziert der Körper weniger davon, vorhandene Fasern werden abgebaut und das Bindegewebe unter der Haut verliert an Halt. Zusätzlich beschleunigen UV-Strahlung, Rauchen und Gewichtsschwankungen diesen Prozess.
Genau hier setzt die Radiofrequenz an. Der Behandlungskopf gibt Energie ab, die in der Tiefe der Haut Wärme erzeugt. Die Oberfläche wird dabei gekühlt und so geschützt. Die Erwärmung hat zwei Effekte:
- Unmittelbare Wirkung auf vorhandene Fasern: Erwärmte Kollagenfasern verkürzen sich und ziehen sich zusammen. Die Haut kann sich dadurch zunächst etwas spannen.
- Anstoß zur Neubildung: Die kontrollierte Wärme setzt einen Reiz. Bindegewebszellen, die Fibroblasten, reagieren darauf und beginnen, neues Kollagen und Elastin zu bilden. Dieser Umbau läuft über Wochen und Monate.
Entscheidend ist die Balance. Die Wärme muss tief genug eindringen, um die Fasern zu erreichen, und gleichzeitig kontrolliert bleiben, damit die Oberfläche keinen Schaden nimmt. Deshalb sind Kühlung und eine sorgfältige Wahl der Energie so wichtig. Thermage nutzt damit die Heilungsvorgänge des Körpers, anstatt etwas hinzuzufügen. Deshalb ist der Verlauf zeitlich gestreckt und deshalb hängt das Ergebnis auch davon ab, wie viel Reaktionsfähigkeit Ihre Haut noch mitbringt.
Für wen ist Thermage FLX geeignet?
Die Methode passt am ehesten zu Menschen, bei denen die Haut beginnt, an Spannkraft zu verlieren, ohne dass bereits ein großer Hautüberschuss entstanden ist. Typische Fragestellungen sind eine weicher werdende Kinnlinie, leichte Erschlaffung an Wangen und Hals, ein müder wirkender Bereich um die Augen oder nachlassende Festigkeit an Oberarmen oder Bauch. Auch feine Fältchen, die mit dem Verlust an Festigkeit zusammenhängen, gehören dazu.
Weniger geeignet ist Thermage FLX, wenn deutlich überschüssige Haut hängt, wenn Falten tief eingegraben sind oder wenn vor allem Volumen verloren gegangen ist. Radiofrequenz kann keine Haut entfernen und kein Volumen ersetzen. In solchen Fällen sind andere Verfahren zielführender, auf die wir weiter unten eingehen.
Es gibt außerdem Situationen, in denen wir von Thermage FLX abraten oder besonders vorsichtig sind:
- Herzschrittmacher, Defibrillator oder andere aktive elektronische Implantate
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Akute Hautinfektionen, Entzündungen oder offene Wunden im Behandlungsgebiet
- Metallimplantate oder dauerhafte Fillermaterialien im Areal
- Bestimmte Grunderkrankungen oder Medikamente, die Wundheilung und Gewebereaktion beeinflussen
Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Deshalb gehört vor jede Behandlung eine ärztliche Anamnese und Untersuchung.
So läuft eine Behandlung mit Thermage FLX ab
Am Anfang steht ein Gespräch. Wir klären, was Sie stört, wie Ihre Haut beschaffen ist und welche Erwartungen Sie haben. Dazu gehören Vorerkrankungen, Medikamente und frühere Behandlungen im Gesicht oder am Körper. Anschließend untersuchen wir die Haut, beurteilen Erschlaffung und Gewebe, dokumentieren den Ausgangsbefund und besprechen, ob Thermage FLX in Ihrem Fall überhaupt die passende Methode ist.
Am Behandlungstag läuft es in der Regel so ab:
- Die Haut wird gereinigt, das Areal wird festgelegt und mit einem Hautstift markiert. Make-up und Pflegeprodukte sollten Sie vorher entfernen.
- Bei monopolarer Radiofrequenz schließt sich der Stromkreis über eine Rückleitungselektrode, die am Körper angebracht wird.
- Ein Kontaktmedium wird aufgetragen. Der Behandlungskopf wird in mehreren Durchgängen über das Areal geführt und gibt nacheinander Energieimpulse ab. Die Hautoberfläche wird während jedes Impulses gekühlt.
- Sie geben Rückmeldung, wie Sie die Wärme empfinden. Danach richten wir die Energiestufe so aus, dass sie ausreichend und zugleich für Sie gut tolerierbar bleibt.
- Nach der Behandlung wird die Haut gekühlt und beruhigt. Sie erhalten Hinweise zur Pflege und zum Sonnenschutz.
Die Dauer hängt von der Größe des Areals ab. Nach unseren Angaben liegt sie zwischen einer halben Stunde und etwa zwei Stunden, größere Körperareale beanspruchen die längere Zeit. Eine Betäubung durch Injektion ist in der Regel nicht vorgesehen, bei Bedarf besprechen wir Möglichkeiten, die Behandlung angenehmer zu gestalten.
Direkt danach ist die Haut häufig gerötet und kann sich warm anfühlen. Manchmal entsteht eine leichte Schwellung, die nach wenigen Tagen zurückgeht. Die meisten Menschen setzen ihren Alltag fort, einige wählen den Tag der Behandlung dennoch als ruhigen Tag.
Wann werden die Effekte von Thermage FLX sichtbar?
Die Frage nach dem Zeitpunkt ist verständlich, und sie lässt sich nur mit einem Zeitraum beantworten. Der zeitliche Verlauf folgt der Biologie des Gewebes:
- Direkt nach der Behandlung: Manche spüren eine Spannung der Haut. Ob daraus ein sichtbarer Unterschied wird, ist verschieden und hängt auch von einer möglichen Schwellung ab.
- Wochen nach der Behandlung: Die Haut beginnt, Kollagen umzubauen. Viele beschreiben, dass sich die Haut allmählich fester anfühlt.
- Nach etwa vier bis sechs Monaten: Die Entwicklung gilt als weitgehend abgeschlossen. Erst jetzt lässt sich einschätzen, wie Ihre Haut auf die Behandlung reagiert hat.
Wichtig ist, was Sie nicht erwarten sollten: Thermage FLX verändert nicht das Gesicht und ersetzt keine Operation. Es ist ein Verfahren für eine Verbesserung der Hautqualität und Festigkeit, das bei manchen Menschen deutlicher, bei anderen dezenter ausfällt. Wie lange der Effekt anhält, ist ebenfalls individuell. Die Haut altert weiter, auch nach der Behandlung. Nach unserer Erfahrung wird gelegentlich nach zwei bis drei Jahren eine Auffrischung besprochen.
Grenzen und mögliche Nebenwirkungen
Eine ehrliche Beratung nennt auch, was nicht gelingt und was passieren kann. Zu den Grenzen von Thermage FLX gehört, dass sich ausgeprägter Hautüberschuss, tiefe Falten und Volumenverlust mit Radiofrequenz nicht ausgleichen lassen. Das Ergebnis hängt von Alter, Hautbeschaffenheit, Gewichtsverlauf, Rauchverhalten und Sonnenexposition ab. Nicht jede Haut reagiert gleich stark.
Als mögliche Nebenwirkungen kommen vor:
- Rötung und leichte Schwellung, meist nur kurz
- Vorübergehende Empfindlichkeit, Druckschmerz oder Missempfindungen im behandelten Areal
- Selten Bläschen, kleine Krusten oder Verbrennungen der Haut
- Sehr selten Unregelmäßigkeiten im Unterhautgewebe, etwa Dellen
Wir klären Sie vor der Behandlung ausführlich über diese Punkte auf. Die Einstellung der Energie und die Kühlung dienen dazu, das Risiko niedrig zu halten, ganz auszuschließen ist es nicht.
Thermage, Fadenlifting, Radiofrequenz-Microneedling und OP im Vergleich
Hautstraffung ist ein weites Feld. Welche Methode passt, entscheidet der Befund, nicht der Trend. Ein Überblick:
- Thermage FLX: Wirkt von außen mit Wärme in die Tiefe. Geeignet für leichte bis mittlere Erschlaffung und eine Verbesserung der Hautfestigkeit. Es wird weder Gewebe verlagert noch Haut entfernt.
- Fadenlifting: Spezielle Fäden werden mit feinen Nadeln in das Unterhautfettgewebe eingebracht und verankern Gewebe. Das kann Konturen an Wangen, Kinnlinie oder Brauen anheben und fördert zusätzlich die Kollagenbildung. Die Fäden lösen sich nach einiger Zeit auf. Es können Schwellungen, Blutergüsse und vorübergehende Unebenheiten auftreten. In unserer Praxis arbeiten wir mit Aptos-Fäden.
- Radiofrequenz-Microneedling: Feine Nadeln dringen in die Haut ein und geben dort Radiofrequenzenergie ab. Damit lässt sich neben der Festigkeit auch die Hautstruktur ansprechen, etwa bei Narben oder erweiterten Poren. Die Ausfallzeit ist etwas länger, mit Rötung und Schwellung ist für ein bis zwei Tage zu rechnen.
- Operation: Ein chirurgisches Lifting, eine Hals- oder Lidstraffung entfernt überschüssige Haut und kann Gewebe neu positionieren. Das ist bei deutlicher Erschlaffung das Verfahren mit dem größten Spielraum, bringt aber mehr Ausfallzeit, Narben und Eingriffsrisiken mit sich. Für die Oberlider führen wir die Oberlidstraffung in örtlicher Betäubung durch.
Die Verfahren lassen sich auch kombinieren, etwa eine Straffung der Hautqualität mit Radiofrequenz und ein Anheben bestimmter Zonen mit Fäden. Bei der Reihenfolge und den Abständen richten wir uns nach Ihrem Befund. Wer keine Operation will, sollte sich dennoch ehrlich beraten lassen, ob die Erwartungen mit Thermage FLX oder anderen nichtoperativen Mitteln erreichbar sind. Manchmal ist die einfachste Antwort, dass eine Operation tatsächlich die passende Lösung ist. Manchmal ist sie, dass man mit Pflege und Sonnenschutz noch einige Zeit gut auskommt.
Gesicht oder Körper: Welche Areale kommen infrage?
Im Gesicht richten sich die Fragen meist auf die Kinnlinie, die Wangen, den Hals und die Region um die Augen. Am Körper wird Thermage FLX bei nachlassender Hautfestigkeit an Oberarmen, am Bauch, am Po, an den Oberschenkeln oder an den Knien nachgefragt, ebenso an den Händen. Die Haut ist an diesen Stellen unterschiedlich dick und unterschiedlich gut durchblutet. Auch die Menge an Unterhautfettgewebe spielt eine Rolle, denn sie beeinflusst, wie sich Wärme in der Tiefe verteilt. Deshalb besprechen wir für jedes Areal einzeln, ob ein sichtbarer Nutzen realistisch ist. Bei manchen Körperregionen sind die Ergebnisse dezenter als im Gesicht, was Sie vor einer Entscheidung wissen sollten.
Übermäßige Hautfalten nach einem großen Gewichtsverlust, nach Schwangerschaften oder bei starkem Bindegewebsverlust lassen sich mit Radiofrequenz in aller Regel nicht beseitigen. Sie benötigen eine operative Lösung, bei der überschüssige Haut entfernt wird. Auch das gehört zu einer fairen Beratung.
Welche Jahreszeit ist gut geeignet?
Thermage FLX lässt sich grundsätzlich das ganze Jahr durchführen. Dennoch sehen viele Menschen die kühlere Jahreszeit als gut geeignete Zeit, denn die behandelte Haut sollte in den Tagen und Wochen danach möglichst wenig UV-Strahlung ausgesetzt sein. Im Herbst und Winter ist das leichter einzuhalten. Außerdem entwickelt sich die Wirkung über mehrere Monate, sodass eine Behandlung im Herbst bis zum Frühjahr schon einen großen Teil ihres Verlaufs hinter sich hat. Wichtiger als der Kalender bleibt aber, dass die Haut zum Zeitpunkt des Termins gesund, nicht gebräunt und nicht entzündet ist.
Was Sie vor und nach dem Termin beachten können
Gute Vorbereitung und Nachsorge helfen der Haut, die Behandlung mit Thermage FLX gut zu verarbeiten:
- Meiden Sie vor dem Termin intensive Sonne und Solarien. Gerötete oder sonnenverbrannte Haut sollte nicht behandelt werden.
- Trinken Sie ausreichend, tragen Sie am Behandlungstag keine schweren Cremes und kommen Sie ohne Make-up.
- Nach der Behandlung hilft Kühlen bei Wärmegefühl. Verwenden Sie milde Pflege und verzichten Sie einige Tage auf Peelings, aggressive Wirkstoffe und sehr heiße Duschen oder Sauna.
- Tragen Sie konsequent Sonnenschutz. Er schützt nicht nur die gerade behandelte Haut, er schont auch das Kollagen, das Sie aufbauen wollen.
- Schlafen, Ernährung, Verzicht auf Nikotin und stabiles Gewicht unterstützen die Haut langfristig, auch wenn sie keine Behandlung ersetzen.
Treten ungewöhnliche Beschwerden auf, etwa starke Schmerzen, Blasenbildung oder Zeichen einer Infektion, melden Sie sich bitte zeitnah bei uns.
Beratungstermin: unverbindlich und ohne Zeitdruck
Ob Thermage FLX für Sie sinnvoll ist, zeigt sich im persönlichen Gespräch und bei der Untersuchung der Haut. Dazu müssen Sie sich nicht vorab festlegen. Wir erklären, was die Methode leisten kann und was nicht, nennen die voraussichtlichen Kosten und lassen Ihnen Zeit für Ihre Entscheidung. Unsere Praxis finden Sie am Großen Burstah 44 in der Hamburger Innenstadt, zu erreichen mit der U3 bis Rathaus oder Rödingsmarkt. Online-Termine bieten wir über Doctolib an, telefonisch erreichen Sie uns unter 040 307 469 92. Als Privatpraxis rechnen wir nach der GOÄ ab, gesetzlich Versicherte sind als Selbstzahler willkommen. Weitere Wege zu uns finden Sie auf der Kontaktseite.
Weiterführende Informationen: Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL)