Das Wichtigste in Kürze
- Beim Hautkrebsscreening wird die Haut am ganzen Körper mit dem Dermatoskop untersucht, ergänzt durch ein KI-unterstütztes Total Body Mapping.
- Beim Hautkrebsscreening in unserer Praxis wird der Genital- und Analbereich nicht untersucht. Sie behalten Ihre Unterwäsche an.
- Das Hautkrebsscreening kostet 120 € einschließlich Fotodokumentation und Total Body Mapping. Eine Kontrolle kostet 60 €.
- Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt ein Hautkrebsscreening ab 35 Jahren alle zwei Jahre. Bei uns sind auch jüngere Erwachsene und kürzere Abstände möglich, dann als Selbstzahlerleistung.
- Wie oft ein Hautkrebsscreening sinnvoll ist, hängt von Ihrem persönlichen Risiko ab. Das Intervall legen wir nach der Untersuchung gemeinsam mit Ihnen fest.
Warum ein Hautkrebsscreening sinnvoll ist
Die Haut ist das größte Organ des Körpers, und sie ist das einzige, das sich von außen vollständig ansehen lässt. Das ist ein Vorteil: Veränderungen, die auf Hautkrebs oder eine seiner Vorstufen hindeuten, können oft früh bemerkt werden. Ob eine Stelle tatsächlich auffällig ist, erkennt man mit bloßem Auge allerdings nicht immer. Viele Muttermale und Flecken sehen sich ähnlich, und manche Veränderungen entstehen dort, wo Sie selbst kaum hinsehen: am Rücken, auf der Kopfhaut, hinter den Ohren oder an den Fußsohlen.
Unter dem Begriff Hautkrebs werden mehrere Erkrankungen zusammengefasst. Der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, geht von den pigmentbildenden Zellen aus und kann in einem Muttermal oder auf zuvor unauffälliger Haut entstehen. Zum hellen Hautkrebs zählen vor allem das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Sie entstehen häufig an Stellen, die über Jahre viel Sonne abbekommen haben, etwa im Gesicht, an den Ohren, auf der Kopfhaut oder auf den Handrücken. Hinzu kommen Vorstufen wie die aktinischen Keratosen, raue und oft schuppige Stellen auf lichtgeschädigter Haut.
Diese Formen verhalten sich sehr unterschiedlich, haben aber eines gemeinsam: Je früher eine Veränderung erkannt wird, desto kleiner und einfacher ist in der Regel der Eingriff, der nötig ist. Genau darum geht es beim Hautkrebsscreening, das auch Hautkrebsvorsorge oder Hautkrebs-Früherkennung genannt wird. Es ist eine ruhige, nicht belastende Untersuchung. Solange kein Befund eine Entfernung erforderlich macht, wird nichts gespritzt und kein Gewebe entnommen. Eine Übersicht über das Angebot finden Sie auch auf unserer Seite zum Hautkrebsscreening.
Für wen ist das Hautkrebsscreening sinnvoll und wie oft?
Ein regelmäßiges Hautkrebsscreening ist für Erwachsene grundsätzlich sinnvoll. Besonders ratsam ist es, wenn ein oder mehrere der folgenden Punkte auf Sie zutreffen:
- Sie haben viele Muttermale oder Muttermale mit unregelmäßiger Form und Farbe, sogenannte atypische Nävi.
- Sie haben einen hellen Hauttyp, helle Augen und rötliche oder blonde Haare.
- Sie hatten häufig Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit, oder haben regelmäßig ein Solarium genutzt.
- Bei Ihnen selbst oder bei nahen Verwandten ist schon einmal Hautkrebs aufgetreten.
- Sie arbeiten oder treiben Sport überwiegend im Freien oder haben lange Zeit in sonnenreichen Regionen gelebt.
- Ihr Immunsystem ist geschwächt, zum Beispiel durch Medikamente nach einer Organtransplantation.
Eine feste Regel für das Hautkrebsscreening, die für alle gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Als Orientierung dient die gesetzliche Vorsorge, die ab 35 Jahren alle zwei Jahre angeboten wird. Für Menschen mit geringem Risiko ist dieser Abstand häufig ein sinnvoller Rahmen. Wer mehrere der genannten Risikofaktoren mitbringt, profitiert oft von kürzeren Abständen, etwa einmal im Jahr. Auch nach einer Hautkrebserkrankung werden Kontrollen in engeren Abständen empfohlen. Welches Intervall für Sie passt, legt die Ärztin nach der Untersuchung fest, weil sie dann Ihre Haut, Ihre Muttermale und Ihre Vorgeschichte kennt.
Unabhängig vom Intervall gilt: Wenn Ihnen zwischen zwei Terminen eine Stelle auffällt, die sich verändert, juckt, blutet oder nicht abheilt, warten Sie nicht auf das nächste Hautkrebsscreening. Lassen Sie die Stelle zeitnah ansehen.
So läuft das Hautkrebsscreening bei uns ab
Wir nehmen uns für das Hautkrebsscreening Zeit. Der Ablauf ist immer gleich strukturiert, damit nichts übersehen wird und Sie jederzeit wissen, was als Nächstes passiert.
Vorbereitung auf das Hautkrebsscreening zu Hause
Bitte duschen Sie vor dem Termin und cremen Sie die Haut danach nicht ein. Cremes, Öle und Make-up erschweren die Beurteilung mit dem Dermatoskop. Entfernen Sie nach Möglichkeit Nagellack, damit auch die Nägel beurteilt werden können, und tragen Sie die Haare so, dass die Kopfhaut gut zugänglich ist. Notieren Sie sich Stellen, die Ihnen selbst aufgefallen sind, und bringen Sie frühere Befunde mit, falls Muttermale schon einmal entfernt wurden.
Gespräch und Risikoeinschätzung
Zu Beginn sprechen wir über Ihre Vorgeschichte: frühere Hautveränderungen und Eingriffe, Hautkrebs in der Familie, Ihr Verhalten in der Sonne, Medikamente und die Stellen, die Sie beschäftigen. Aus diesen Angaben ergibt sich Ihr persönliches Risiko, und die Untersuchung lässt sich gezielt darauf ausrichten.
Die Untersuchung mit dem Dermatoskop
Für das Hautkrebsscreening machen Sie die Haut bis auf die Unterwäsche frei und legen sich auf eine Behandlungsliege. Dr. Obuch untersucht anschließend die Haut am ganzen Körper mit einem Lupen-Dermatoskop. Das ist eine beleuchtete Vergrößerungsoptik, mit der sich Farbmuster, Strukturen und Gefäßzeichnungen in den oberen Hautschichten beurteilen lassen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Dadurch lassen sich unauffällige Muttermale deutlich besser von abklärungsbedürftigen Veränderungen unterscheiden.
Zur Untersuchung gehören auch Stellen, die leicht übersehen werden: die behaarte Kopfhaut, die Ohren, die Haut hinter den Ohren, Handflächen und Fußsohlen, die Zwischenräume von Fingern und Zehen sowie der Rücken. Sie müssen dafür nichts Besonderes tun. Wir bitten Sie lediglich, die Position zu wechseln, wenn es nötig ist.
Fotodokumentation und Total Body Mapping
Ergänzend erstellen wir Aufnahmen des gesamten Körpers. Auffällige Muttermale werden zusätzlich gezielt fotografiert und mit einer Software analysiert. Was das für die Beurteilung bedeutet, erklärt der nächste Abschnitt.
Befundbesprechung
Im Anschluss besprechen wir den Befund in verständlichen Worten. Häufig zeigt sich, dass die Muttermale unauffällig sind und eine Kontrolle im üblichen Abstand genügt. Ist eine Stelle nicht eindeutig zu beurteilen, überlegen wir gemeinsam, ob eine kurzfristige Kontrolle oder eine Entfernung sinnvoller ist. Am Ende wissen Sie, wie es weitergeht: ob eine Kontrolle im üblichen Abstand genügt oder ob etwas Weiteres geplant wird.
Total Body Mapping: Was die KI-Unterstützung leistet
Beim Total Body Mapping wird der gesamte Körper in standardisierten Aufnahmen erfasst. Auffällige oder suspekte Muttermale werden zusätzlich einzeln fotografiert, dokumentiert und mit Software-Unterstützung analysiert. Das Ergebnis ist eine Art Landkarte Ihrer Haut, die zum Ausgangspunkt für spätere Vergleiche wird.
Der eigentliche Nutzen zeigt sich bei den Kontrollterminen. Neue Aufnahmen lassen sich mit den früheren vergleichen. Muttermale, die neu entstanden sind, und Veränderungen an vorhandenen Malen fallen dadurch eher auf, auch wenn sie so langsam verlaufen, dass sie im Alltag niemand bemerken würde. Gerade bei Menschen mit sehr vielen Muttermalen ist diese Dokumentation eine große Hilfe, weil sich die Zahl der Male nicht mehr auswendig merken lässt.
Die Software unterstützt die Beurteilung, sie ersetzt sie nicht. Die Entscheidung, ob ein Muttermal beobachtet oder entfernt wird, trifft immer die Ärztin auf Grundlage der Untersuchung. Die Aufnahmen gehören zu Ihrer Behandlungsdokumentation und unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.
Hautkrebsscreening ohne Intimbereich: Warum er nicht untersucht wird
In unserer Praxis findet das Hautkrebsscreening ohne Intimbereich statt. Der Genital- und Analbereich wird nicht untersucht, und Sie behalten während der gesamten Untersuchung Ihre Unterwäsche an. Viele Patientinnen und Patienten empfinden das als angenehm, weil die Untersuchung dadurch weniger Überwindung kostet.
Sind Ihnen in diesem Bereich Muttermale oder andere Veränderungen aufgefallen, lassen Sie diese bitte zunächst in Ihrer gynäkologischen oder urologischen Praxis ansehen. Wenn dort ein Muttermal festgestellt wird, erfolgt die genaue dermatologische Abklärung anschließend bei uns. Dasselbe gilt, wenn Sie den Intimbereich in die Vorsorge einbeziehen möchten: Die gesetzliche Früherkennung bezieht ihn in der Regel ein, und Sie können diesen Teil dort wahrnehmen.
Was kostet das Hautkrebsscreening in Hamburg?
Das Hautkrebsscreening in unserer Praxis kostet 120 €. Darin enthalten sind die Untersuchung des gesamten Körpers mit dem Dermatoskop, die Fotoaufnahmen suspekter Muttermale und das KI-unterstützte Total Body Mapping. Für die Kontrolluntersuchung, die sechs bis zwölf Monate nach einem Befund mit auffälligen oder behandelten Muttermalen empfohlen wird, berechnen wir 60 €.
Nicht im Preis für das Hautkrebsscreening enthalten sind Leistungen, die nur im Einzelfall anfallen. Muss ein Muttermal entfernt und feingeweblich untersucht werden, ist das ein eigener Eingriff. Die Kosten hängen dann von Größe, Lage und Aufwand ab, und wir besprechen sie mit Ihnen, bevor wir den Eingriff durchführen.
Als Privatpraxis rechnen wir ärztliche Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Sie bezahlen das Hautkrebsscreening zunächst selbst und erhalten eine Rechnung. Diese können Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem privaten Versicherer zur Erstattung einreichen. Ob und in welcher Höhe erstattet wird, entscheidet allein Ihre Versicherung. Fragen Sie vor dem Termin nach, ob Hautkrebsvorsorge in Ihrem Tarif oder als freiwillige Leistung Ihrer Kasse vorgesehen ist.
Hautkrebsscreening: Gesetzliche Vorsorge ab 35 und Privatpraxis im Vergleich
Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebsvorsorge. Sie wird von Hautärztinnen und Hautärzten sowie von Hausarztpraxen mit entsprechender Fortbildung angeboten, ist für die Versicherten kostenfrei und umfasst eine Ganzkörperuntersuchung der Haut. Das ist ein wertvolles Angebot, und wer es noch nicht genutzt hat, sollte es wahrnehmen. Ein privates Hautkrebsscreening ersetzt es nicht, kann es aber ergänzen. Die Unterschiede im Überblick:
- Alter und Abstand: Die Kassenleistung gilt ab 35 Jahren im Abstand von zwei Jahren. In unserer Praxis können auch jüngere Erwachsene kommen, und die Abstände richten sich nach dem individuellen Risiko.
- Umfang: Die gesetzliche Untersuchung bezieht den Intimbereich in der Regel ein. Unser Screening bleibt bei erhaltener Unterwäsche und umfasst die übrige Haut am ganzen Körper.
- Technik: Bei der Kassenleistung kann ein Dermatoskop zum Einsatz kommen. Bei uns gehören das Dermatoskop und das KI-unterstützte Total Body Mapping fest zur Untersuchung.
- Kosten: Die Kasse übernimmt die Vorsorge im vorgesehenen Rahmen. In unserer Praxis zahlen Sie für das Hautkrebsscreening 120 € als Selbstzahler und können die Rechnung einreichen.
- Terminfindung: Die Wartezeiten in Kassenpraxen sind sehr unterschiedlich. Wenn Sie nicht lange auf einen Termin warten möchten, kann die Privatpraxis eine Alternative sein.
Unter 35 Jahren ist das Hautkrebsscreening keine regelmäßige Kassenleistung. Einige Krankenkassen bezuschussen es auf freiwilliger Basis, die Bedingungen unterscheiden sich aber von Kasse zu Kasse. Auch kombinieren lassen sich beide Wege: Sie können die Kassenvorsorge im regulären Abstand nutzen und zwischendurch eine Kontrolle mit Total Body Mapping bei uns vereinbaren. Gesetzlich Versicherte sind in unserer Praxis als Selbstzahler willkommen. Wie das im Einzelnen funktioniert, haben wir auf unserer Seite zur Hautarztpraxis in Hamburg beschrieben.
Was passiert, wenn ein Muttermal auffällig ist?
Die allermeisten Muttermale sind harmlos. Zeigt das Dermatoskop bei einer Stelle dennoch Merkmale, die sich nicht eindeutig einordnen lassen, gibt es zwei Wege. Entweder wird die Stelle kurzfristig kontrolliert und mit der Fotodokumentation verglichen, oder sie wird entfernt. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom Aussehen, von der Lage und von Ihrem Risiko ab.
Werden auffällige Muttermale, in der Fachsprache Nävi genannt, festgestellt, entfernen wir sie in einer anschließenden kleinen Operation in örtlicher Betäubung. Das entnommene Gewebe wird feingeweblich untersucht. Erst die Beurteilung unter dem Mikroskop erlaubt eine verlässliche Aussage darüber, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig ist. Über das Ergebnis informieren wir Sie, und falls eine weitere Behandlung nötig wäre, besprechen wir das Vorgehen ausführlich mit Ihnen. Bei dieser Gelegenheit können auch kosmetisch störende, weiche und gutartige Hautveränderungen mit geeigneten Methoden entfernt werden. Einen Überblick über unser Spektrum finden Sie auf der Seite Dermatologie.
Wichtig ist uns dabei eine Reihenfolge: Erst wird eine Hautveränderung ärztlich beurteilt, dann wird über eine Entfernung entschieden. Ein Muttermal, das ärztlich nicht beurteilt wurde, sollte nicht entfernt, gelasert oder verödet werden, weil sich danach nicht mehr klären lässt, um welche Veränderung es sich gehandelt hat.
Termin für Ihr Hautkrebsscreening in Hamburg
Unsere Privatpraxis liegt am Großen Burstah 44 in der Hamburger Innenstadt, wenige Gehminuten vom Rathaus und vom Rödingsmarkt entfernt. Mit der U3 erreichen Sie uns über die Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt. Wenn Sie den Termin am einfachsten online vereinbaren möchten, nutzen Sie die Buchung über Doctolib. Für Fragen vorab sind wir telefonisch unter 040 307 469 92 erreichbar.
Sie müssen sich nicht sofort entscheiden. Wenn Sie zunächst wissen möchten, ob ein Hautkrebsscreening für Sie sinnvoll ist und welches Intervall zu Ihrer Situation passt, beantworten wir Ihre Fragen gern vorab. Alle Wege zu uns finden Sie auf der Seite Kontakt, und mehr über die Praxis und die Ärztin erfahren Sie unter Die Praxis.
Weiterführende Informationen: Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Hautkrebs, Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)